Spanisches Königshaus : Korruptions-Ermittlungen gegen Juan Carlos eingestellt

Altkönig Juan Carlos hat nichts mehr zu befürchten.
Altkönig Juan Carlos hat nichts mehr zu befürchten.

Die Korruptionsaffäre um Altkönig Juan Carlos hatte in Spanien hohe Wellen geschlagen. Die Zeitung «El País» sprach damals von «Dynamit». Jetzt ist die Affäre vom Tisch.

shz.de von
07. September 2018, 16:48 Uhr

Ein Gericht in Spanien hat die Ermittlungen in einer mutmaßlichen Korruptionsaffäre gegen Altkönig Juan Carlos (80) eingestellt. Es gebe keine ausreichenden Indizien für weitere Untersuchungen, teilte der zuständige Richter am Nationalen Staatsgerichtshof in Madrid am Freitag mit.

Bei der im Juli bekanntgewordenen Affäre ging es um Tonaufnahmen eines mutmaßlichen Gesprächs zwischen dem früheren Polizeioffizier José Manuel Villarejo, einem zweiten Mann und einer engen Bekannten von Juan Carlos, in dem die Frau den 2014 abgedankten Monarchen unter anderem der Korruption und der Geldwäsche beschuldigte. Der Fall hatte in Spanien für großes Aufsehen gesorgt.

Die spanische Staatsanwaltschaft hatte das Gericht schon am Morgen gebeten, den Fall zu den Akten zu legen. Zum fraglichen Zeitpunkt habe Juan Carlos als König noch Immunität genossen, zudem gebe es keine ausreichenden Beweise für die Vorwürfe, speziell bezüglich eines Grundstücks in Marokko und mehrerer Konten in der Schweiz, auf denen der Altkönig angeblich Geld deponiert haben sollte, hieß es in einer Mitteilung.

Die Tonaufzeichnungen sollen aus dem Jahr 2015 stammen, waren aber erst in diesem Sommer von zwei spanischen Zeitungen veröffentlicht worden. Die Frau hatte im Juli eine Erklärung herausgegeben, in der sie die Echtheit der Aufnahmen nicht dementierte, aber den Gesprächsinhalt auch nicht kommentierte. Villarejo sitzt seit November 2017 wegen eines anderen Korruptionsskandals in Untersuchungshaft.

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