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Abschied : Königin Máxima nimmt Abschied von ihrem Vater

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Bei der Hochzeit durfte er nicht dabei sein, der niederländische Hof tat sich schwer mit dem Vater der aus Argentinien stammenden Königin Máxima. Nun gab die Königsfamilie Máximas Vater das letzte Geleit.

shz.de von
erstellt am 11.Aug.2017 | 09:51 Uhr

Er war wegen seiner Rolle in der argentinischen Militärdiktatur umstritten und in den Niederlanden offiziell unerwünscht: Nun hat die niederländische Königin Máxima im Beisein von König Willem-Alexander Abschied genommen von ihrem verstorbenen Vater Jorge Zorreguieta.

Die Beisetzung fand am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) auf einem Privatfriedhof in Pilar, 50 Kilometer nördlich von Buenos Aires statt. Insgesamt nahmen rund 400 Menschen an der Trauerzeremonie teil. Jorge Zorreguieta war am Dienstag im Alter von 89 Jahren in Buenos Aires an Lymphdrüsenkrebs gestorben.

Die gebürtige Argentinierin hatte wegen ihres Vaters anfangs einen schweren Stand in der neuen Heimat. Er wurde wegen seiner Beteiligung an der Diktatur auch nicht eingeladen zu der Hochzeit seiner Tochter 2002 mit Willem-Alexander, dem damaligen Kronprinzen und heutigen König der Niederlande. Die Trauerfeier wurde von dutzenden niederländischen und argentinischen Sicherheitskräften abgeschirmt.

Zorreguieta war wegen während der Militärdiktatur unter Führung von Jorge Rafael Videla von 1976 bis 1981 erst Unterstaats- und dann Staatssekretär für Landwirtschaft. Er hat immer bestritten, von dem Schicksal zum Beispiel der tausenden Verschwundenen gewusst zu haben, von denen viele über dem Rio de la Plata aus Flugzeugen geworfen wurden. Folter und Ermordungen waren während der Diktatur an der Tagesordnung. Die Zahl der Opfer wird auf bis zu 30 000 geschätzt.

Maxima war wenige Stunden vor seinem Tod in Buenos Aires gelandet und in seinen letzten Stunden bei ihm. Zur Trauerfeier reiste auch ihr Mann mit den Kindern an. Der niederländische Hof teilte mit Blick auf den Disput um Zorreguieta mit, König Willem-Alexander (50), Máxima sowie die Prinzessinnen Amalia (13), Alexia (12) und Ariane (10) würden als Privatpersonen am Begräbnis in Argentinien teilnehmen.

Argentiniens Präsident Mauricio Macri und seine Frau Juliana Awada äußerten ihr Beileid in einer Traueranzeigen: «In diesen Stunden des Schmerzes» sei man in Gedanken «bei der lieben Freundin, Königin Maxima der Niederlande und ihrer Familie». Auch führende Unternehmer äußerten ihr Beileid, darunter die Großgrundbesitzer-Vereinigung SRA, in deren Vorstand Zorreguieta saß - die Vereinigung soll intensiv an der Unterstützung des Staatsstreichs der Militärs 1976 mitgewirkt haben.

Traueranzeige Macri

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