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Gerüchte und Zwischenfälle : Königin Margrethe: Droht eine royale Scheidung in Dänemark?

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Die Gerüchteküche brodelt: Immer mehr spricht dafür, dass die Ehe mit Prinzen Henrik vor dem Aus steht

shz.de von
erstellt am 22.Jun.2016 | 07:18 Uhr

Kopenhagen | Dass die bald 50-jährige Ehe von Königin Margrethe von Dänemark und ihrem Prinz Henrik zahlreichen Belastungsproben ausgesetzt war, ist für die dänischen Untertanen nichts Neues. Hofexperten wie Trine Villemann behaupten schon seit einiger Zeit, dass die beiden eigentlich nur noch auf dem Papier verheiratet sind, aber längst getrennte Wege gehen. Doch nun berichten dänischen Zeitungen wie das „Ekstra Bladet“ erstmals von „Scheidungsgerüchten“.

Eine formelle Scheidung wäre für eine regierende Monarchin in Europa höchst ungewöhnlich, wenn nicht gar unmöglich. Das prominenteste Beispiel ist die Scheidung zwischen Kronprinz Charles und Diana 1992. Doch Charles war und ist kein regierender Monarch.

Ausschlaggebend dafür war, dass der Hof kürzlich bekanntgab, dass die 76-jährige Monarchin und ihr 82-jähriger Ehemann ihre goldene Hochzeit im kommenden Jahr nicht öffentlich feiern würden. Auch hat man den Prinzen seit dem Jahreswechsel so gut wie nie an der Seite seiner Königin gesehen.

Bereits zuvor kam es zu zahlreichen Zwischenfällen. Der französische Adlige und Ex-Diplomat Prinz Henrik kämpft schon seit den 70er-Jahren vergeblich um seine royale Gleichstellung. Er möchte gern König sein. Es könne nicht sein, dass er nur Prinzgemahl sei und seine Frau Königin, sagt er seitdem immer wieder aufbrausend in peinlichen Fernsehauftritten, während die Königin scheinbar ruhig neben ihm sitzt.

In den letzten Jahren ist er deutlich aufmüpfiger geworden. Die Dänen hätten ihn nie als gleichberechtigten Partner der Königin akzeptiert, schimpfte der Prinzgemahl 2015 im niederländischen Fernsehen NOS. „Das ist so, weil ich nicht den gleichen Rang habe wie meine Frau. Das ist völlig unverständlich. Ich werde das nie akzeptieren“, wetterte er. Schließlich machten Könige ihre Frauen immer zu Königinnen und nicht zu Königsgemahlinnen, argumentierte er. In ihrer letzten Neujahrsansprache erklärte Königin Margrethe dann überraschend, dass ihr Mann in den Ruhestand trete. Auch das so ausdrücklich bekanntzugeben, ist unüblich. Im April verkündete der königliche Rentner dann trotzig, dass er freiwillig den Prinzgemahltitel abgebe, weil man ihn ohnehin nicht König werden lasse und er ja in Rente gehe. Die dänischen Untertanen hielten die selbst auferlegte Degradierung für kindisch.

Auch seine Pflichten hat er in den letzten Jahren vernachlässigt. Oft ist er weit weg von der Königin, auf seinem französischen Weingut. Die Feierlichkeiten zu ihrem 75. Geburtstag schwänzte er im vergangenen Jahr komplett. Er sei krank, hieß es vom Hof. Doch dänische Reporter fanden den Abtrünnigen munter in Venedig.

Seinen 82. Geburtstag feierte Prinz Henrik am 11. Juni ohne seine dänische Familie im Schloss Cayx in Südfrankreich. Königin Margrethe antwortete kürzlich im Sender TV2 ausweichend auf die Frage, warum die goldene Hochzeit 2017 nicht öffentlich gefeiert wird. „Wir haben diesen Beschluss gefasst, und wir stehen dahinter“, sagte sie. Bei einem Pressetreffen zu einem Besuch der Königin auf den zu ihrem Reich gehörenden Färöern (Schafsinseln) im Nordatlantik wagte dann ein Journalist, sie direkt zu fragen, ob eine formelle Scheidung zu erwarten sein. „Nein, bewahre mich“, antworte die Monarchin.

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