zur Navigation springen

Europas Königshäuser : König Juan Carlos hat eine neue Hüfte

vom

Königin Sofía ist erleichtert: Die Hüftoperation von Spaniens König Juan Carlos ist erfolgreich verlaufen. Der jagdbegeisterte Monarch muss aber in zwei Monaten wieder in den OP.

Nach einer erneuten Hüftoperation hat sich Spaniens König Juan Carlos (75) am Mittwoch vorerst fern der Öffentlichkeit im Krankenhaus erholt. Der Monarch hatte am Dienstagabend in der Universitätsklinik Quirón in Madrid eine vorläufige Prothese bekommen, die die erst im November eingesetzte künstliche Hüfte wegen einer Infektion ersetzt.

„Die Ärzte haben uns gesagt, dass alles sehr gut gelaufen ist, wir sind sehr froh“, rief Königin Sofía (74) den versammelten Journalisten gegen Mitternacht beim Verlassen der Klinik sichtlich erleichtert zu. An ihrer Seite bestätigte Kronprinz Felipe (45), alles sei „wie am Schnürchen“ verlaufen.

Nach Angaben des leitenden Arztes Miguel Cabanela muss sich Juan Carlos in zwei Monaten erneut unters Messer begeben. Dann soll die endgültige Prothese eingesetzt werden.

Der 71-jährige Cabanela, ein extra eingeflogener Arzt von der Mayo-Klinik im amerikanischen Rochester, hatte gehofft, den Austausch in nur einer Etappe durchführen zu können. Die Art der Infektion verhinderte dies aber. Juan Carlos wird nun sechs Wochen lang Antibiotika nehmen müssen.

Die Leitung der Klinik teilte am Mittwoch mit, die Entwicklung bei Juan Carlos sei „höchst zufriedenstellend“. Der König sei bester Laune, vormittags sei er von der Intensivstation auf die normale Abteilung verlegt worden. Der gut zweieinhalbstündige Eingriff war aufgrund einer seltenen Infektion, die nach Angaben der Ärzte nur in einem bis zwei Prozent aller Fälle auftritt, nötig geworden.

Cabanela sagte, der König werde schon am Mittwoch erste Geh-Übungen machen und wohl im Januar ohne Krücken gehen können, auf die er sich seit Monaten auch bei Auftritten in der Öffentlichkeit hatte stützen müssen. An der Parade in Madrid zum Nationalfeiertag werde der Monarch am 12. Oktober aber ebenso wenig teilnehmen können wie am Iberoamerika-Gipfel am 18. und 19. Oktober in Panama.

Wenige Stunden vor dem Eingriff hatte Juan Carlos noch gearbeitet und sich dabei in bester Laune präsentiert. Er traf sich am Montag mit den Präsidenten des marokkanischen Zweikammer-Parlaments, Karim Ghellab und Mohamed Cheikh Biadillah. Am Dienstag empfing er in seiner Residenz im Zarzuela-Palast noch 16 neue Botschafter. Er scherzte dabei mit Journalisten: „Ich muss wieder in die Werkstatt.“ 

Die neue OP war für Juan Carlos bereits die achte seit Mai 2010 sowie die fünfte innerhalb von 18 Monaten. Zuletzt hatte er sich im März einer Bandscheiben-OP unterzogen. Gerüchte über einen Thronverzicht hatte das Königshaus vor dem Eingriff zurückgewiesen.

Die Abdankungsgerüchte hatten in jüngster Zeit nicht nur wegen der zunehmenden Gesundheitsprobleme Nahrung erhalten. Das Image des bis dahin sehr beliebten Monarchen hatte wegen einiger Affären tiefe Kratzer bekommen.

Große Empörung löste ein Korruptionsskandal um Schwiegersohn Iñaki Urdangarín, Mann von Infantin Cristina, aus. Zuvor hatte im April 2012 die Teilnahme von Juan Carlos an einer Elefantenjagd in Botsuana Ärger verursacht. Bekanntgeworden war sie nur, weil der König sich bei einem Sturz die rechte Hüfte gebrochen hatte.

zur Startseite

von
erstellt am 25.Sep.2013 | 15:10 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen