Fünfter Todestag : King of Pop: So lebt Michael Jackson weiter

Michael Jackson lebt – könnte man meinen. Zuletzt stand der einstige King of Pop als Hologramm auf der Bühne. Sein Tod jährt sich am Mittwoch zum fünften Mal, noch immer findet er keine Ruhe.

shz.de von
24. Juni 2014, 20:29 Uhr

Los Angeles | Zum fünften Mal jährt sich am Mittwoch der Todestag von Michael Jackson. Der King of Pop starb 2009 an einer Narkosemittelvergiftung. Doch schon davor war Jackson ein gebrochener Mann: Immer wieder rankten sich Gerüchte um den exzentrischen Star. 2005 musste er sich vor Gericht für Kindesmissbrauch verantworten, wurde jedoch freigesprochen. Im Leben war der scheue Star ein Gejagter und auch im Tod darf Jackson nicht ruhen. Das Geschäft mit seinem Erbe boomt.

Mit seinem Tod lebte der Hype um Jackson neu auf. Bis Mitte 2010 wurden 35 Millionen Jackson-Alben verkauft. Noch immer scheint es unendlich viele Möglichkeiten zu geben, weiteres Kapital aus dem verstorbenen Weltstar zu schlagen: Fünf Jahre später führt Jackson erneut die UK-Albumcharts an.

Erst vor wenigen Wochen kam sein zweites posthumes Album Xscape auf den Markt – Randprodukten alter Aufnahmen wurde durch namhafte Produzenten wie Timbaland und Rodney Jerkins neues Leben eingehaucht. Während Kritiker bemängeln, dass die aufgeblasenen Songs Jacksons Seele vermissen lassen, sind bereits weitere Alben in Planung. Jackson hinterlässt ein beachtliches Archiv mit bislang unveröffentlichten Titeln, Sony sicherte sich nach seinem Tod die Rechte an den Stücken. Mindestens acht weitere Jackson-Alben sind noch zu erwarten, kündigen die Produzenten an. Dass dieser die Demos nicht ohne Grund unveröffentlicht ließ, interessiert die Macher dabei wenig.

Es bleibt jedoch nicht bei der musikalischen Ausschlachtung Michael Jacksons. Bei den diesjährigen Billboardawards im Mai ließ man ihn virtuell auferstehen. Als Hologramm tanzte die verblüffend echt aussehende Projektion des Stars zu „Slave to the Rhythm“, einem der neu veröffentlichten Songs. Gerüchten zufolge könnte der digitale Jacko nun schon bald auf Tour gehen. In dessen Sinne wird dies jedoch kaum sein. Zu Lebzeiten plante der perfektionistische Star seine Shows akribisch selbst.

Doch nicht nur die Produzenten machen aus Michael Jackson einen Untoten. Heute stirbt kein großer Star mehr ohne eigene Verschwörungstheorie. Im Internet finden sich die Berichte zahlreicher Fans, die Jacko beim Einkaufen, auf der Autobahn oder im Urlaub begegnet sein wollen. Schon kurz nach der Todesnachricht schwirrten erste Gerüchte und aufwändig zusammengeschnittene Videos durchs Netz: Der damals 50-Jährige habe genug vom Leben in der Öffentlichkeit und würde seinen Tod vortäuschen, um sich auf eine Südseeinsel abzusetzen. Auch fünf Jahre später kommt es regelmäßig zu Jacko-Sichtungen.

Wenigstens Jacksons drei Kindern konnte die Vermarktung ihres Vaters eine Sorge abnehmen: Mehr als eine halbe Milliarde Dollar sollen die posthumen Veröffentlichungen Michael Jacksons bisher eingebracht haben. Die Schulden, die der King of Pop seinen Erben hinterließ, dürften damit mehr als beglichen sein.

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