Zum 60. Geburtstag : Kevin Costner – Ich bin noch immer sein Fan

Kevin Costner wird 60 Jahre alt.
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Kevin Costner wird 60 Jahre alt.

Er war „Robin Hood“ und „Der mit dem Wolf tanzt“: Der Schauspieler wird am Sonntag 60 Jahre alt. So viele Anhänger wie früher hat er nicht mehr. Dafür hat unser Redakteur kein Verständnis.

shz.de von
15. Januar 2015, 19:19 Uhr

Um es vorwegzunehmen: In diesem Artikel werden Sie kein schlechtes Wort über Kevin Costner lesen. Objektive Berichterstattung: Fehlanzeige. Denn ich bin großer Fan, schon seit Kindestagen. Die folgenden Zeilen sind eine Hommage an den Schauspieler, Regisseur, Produzenten und Sänger. Ich finde, dass ich mich dafür keineswegs schämen muss. Obwohl nur die wenigsten mein Fan-Sein teilen. In Gesprächen nimmt mein Gegenüber dieses aber meist als Geständnis auf. Kein gutes Zeichen für die Beliebtheit des Mannes, der am Sonntag 60 Jahre alt wird.

Warum der aus Kalifornien stammende Costner einst ein gefeierter Hollywood-Star war und seit Ende der 90er diesen Status verloren hat, hängt vor allem mit filmischen Misserfolgen zusammen. Dazu später mehr.

Kommen wir zunächst zu mir. Oder besser gesagt zu meinem ersten Kontakt zu Costner. Es war Ende der 80er-Jahre, als ich als kleiner Junge beim heimlichen Zappen im TV am späten Abend bei „No way out – es gibt kein Zurück“ mit Costner in der Hauptrolle hängen blieb.

Der packende Thriller rund um einen Commander der US Navy erhielt gute Kritiken. Von mir sowieso. Costner hatte also auch mich als Fan gewonnen. Davon gab es damals noch einige. Und die Anzahl derer sollte sich in den folgenden Jahren sogar weiter erhöhen.

Der damals Anfang 30 Jahre alte Schauspieler war bereits zuvor positiv im Western „Silverado“ und vor allem 1987 „The Untouchables – die Unbestechlichen“ – ein Krimi rund um die Machenschaften von Al Capone – positiv aufgefallen. 

Heldenstatus – wohl nicht nur für mich – erlangte Costner dann 1990 mit dem Indianer-Epos „Der mit dem Wolf tanzt“.

Er gewann als Produzent und Regisseuer zwei Oscars, der Film erhielt insgesamt sieben Auszeichnungen. Für Costner blieb es bei der Nominierung als bester Hauptdarsteller.

Im Alter von 35 Jahren war Costner im Hollywood-Olymp angekommen. Bis Mitte der 90er feierten „JFK – Tatort Dallas“, „Robin Hood – König der Diebe“ und „Perfect World“ Erfolge. Dabei bewies der Sportfan erneut seine Schauspielkünste – mal als Staatsanwalt, mit Pfeil und Bogen bewaffnet oder als Kidnapper.  

Vor allem aber begeisterte er die Massen – okay: eventuell nicht Massen – als Personenschützer in „Bodyguard“, der Sängerin Rachel Marron, gespielt von Whitney Houston, vor einem geistesgestörten Stalker beschützt. Der Film wird wohl ewig der schönste Liebesfilm bleiben. Das Titellied ist allseits bekannt:

Dass ich auch in schweren Zeiten zu Costner hielt, stellte sich 1995 heraus, als „Waterworld“ in die Kinos kam. Kritiker zerrissen das millionenschwere Endzeit-Drama um den von Costner gespielten „Mariner“, der Mensch und gleichzeitig auch ein bisschen Fisch war – er hatte Kiemen hinter den Ohren.

Die endgültige Verbannung aus dem Hollywood-Olymp folgte für Costner 1997 mit „Postman“. Wie bei „Waterworld“ führte Costner Regie, und er war der Produzent. Und wieder war es ein Endzeitdrama. Wie passend. Diesmal hatte Costner keine Kiemen, sondern – wie der Titel vermuten lässt – einen Posthut auf dem Kopf.

Auch bei „Postman“ hatten die Kritiker Unrecht. Dass der Film „nicht mehr als ein selbstverliebter, filmisch uninspirierter, über die Maßen langweiliger Inszenierungsversuch von Kevin Costner“ war, wie das Lexikon des internationalen Films schreibt, ist und bleibt eine Lüge. Punkt.

Aller Unkenrufe zum Trotz blieb und bleibt Costner dem Filmgeschäft treu. Warum auch nicht? Bis heute ist er in Kinoproduktionen zu sehen. Ob „13 Days“,  „Mr. Brooks“ oder zuletzt die TV-Miniserie „Hatfield & McCoys“ – er feiert wieder Erfolge. Leider gehört er aber seit seinen Endzeitdramen nicht mehr zur ersten Reihe in Hollywood. Für mich gehört er da aber weiter hin. Egal, was die anderen sagen.

Und übrigens: Singen kann der siebenfache Vater auch. Mit seiner Rock- und Countryband „Kevin Costner & Modern West“ geht er als Sänger und Gitarrist häufig auf Tour. Die Gruppe trat bereits bei „Wetten Dass..?“ auf. Die ZDF-Show ist Geschichte. Kevin Costner noch lange nicht. Eine Legende ist er aber bereits – zumindest für mich. Alles Gute, Kevin Costner!

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