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Französische Komödie : Jugendwahn: «Wie die Mutter, so die Tochter»

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Frauen, die kurz vor den Wechseljahren schwanger werden - davon gab es zuletzt einige Fälle. Nun ist das Thema auch im Kino angekommen. Mit «Wie die Mutter, so die Tocher» startet die zweite französische Komödie innerhalb kurzer Zeit zu später Mutterschaft.

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2017 | 11:11 Uhr

Sie räumt ihr Zimmer nicht auf, trägt knappe Oberteile und wird ungewollt schwanger. Mado (Juliette Binoche) verhält sich wie ein Teeanger, ist aber tatsächlich 47 Jahre alt und längst Mutter einer erwachsenen Frau.

Das ist vor allem für die inzwischen 30-jährige Tochter ein Problem, die mit ihr unter einem Dach lebt. Der Film «Wie die Mutter, so die Tochter» zeigt, was passiert, wenn eine Mutter aus der Rolle fällt - und ist dabei hochkarätig besetzt.

Juliette Binoche («Chocolat») verkörpert die Mutter im Jugendwahn. Die lebt bei ihrer erwachsenen, durchorganisierten Tochter und lässt sich von ihr alles bezahlen und hinterhertragen. Schon am Anfang ist dem Zuschauer klar: Das geht nicht lange gut.

Dass es so dicke kommt, hätte aber wohl niemand geahnt. Denn nicht nur Tochter Avril - gespielt von Camille Cottin («Allied: Vertraute Fremde») - wird schwanger, sondern auch Mutter Mado. Und damit nicht genug: Vater von Mados Baby ist ausgerechnet Avrils Vater, von dem Mado schon seit Jahren getrennt ist. Da fällt es schon mal schwer, den Überblick zu behalten.

Die großen und kleinen Katastrophen, die das Szenario mit sich bringt, setzt Regisseurin Noémie Saglio kurzweilig und unterhaltsam in Szene. Auch den ewigen Teenager nimmt man Juliette Binoche (im Film mit blondierten Haaren und Lederjacke) durchaus ab. Allerdings ist die Ausgangssituation - eine erwachsene Frau verhält sich wie ein Teenie und lässt sich von ihrer Tochter aushalten - doch etwas arg konstruiert. Zumal dem Zuschauer nicht wirklich plausibel erklärt wird, wie es so weit kommen konnte.

Eines deutet sich zumindest an: Grund für Mados Verdrehtheit ist deren Trennung von Avrils Vater (gespielt von Lambert Wilson), der sie als Jugendliche mit dem Kind allein ließ. Ob sich die beiden durch die neue ungeplante Schwangerschaft doch wieder annähern?

«Wie die Mutter, so die Tochter» ist in vieler Hinsicht eine typisch französische Komödie: Sie handelt von einer verkorksten Familie, nimmt immer wieder kuriose Wendungen und hat letztlich doch ein Thema: Liebe. Dass sich der Film auch noch an das der späten Mutterschaft heranwagt, war nach Angaben von Regisseurin und Drehbuchautorin Noémie Saglio eher Zufall.

«Die Idee stammt aus einer Frauenzeitschrift», verriet sie in einem Interview mit dem Verleih. «Darin berichtete eine Leserin von dem Schockmoment, als ihre Mutter ihr beichtete, dass sie, wie ihre Tochter, schwanger ist.» Der Stoff sei ideal gewesen, weil er gleichzeitig berühre und zum Lachen bringe.

Tatsächlich ist der Film nicht der erste aus Frankreich, der sich in jüngster Zeit damit befasst. Erst Ende Juli startete hierzulande mit «Das unerwartete Glück der Familie Payan» ein französischer Film über eine Frau in den Kinos, die mit 49 Jahren schwanger wird. Für Schlagzeilen sorgt das Thema auf jeden Fall noch immer: Egal, ob es sich um Prominente wie kürzlich Fernsehmoderatorin Caroline Beil (50) handelt - oder eine Mutter aus Berlin, die 2015 mit damals 65 Jahren noch Vierlinge zur Welt brachte.

Wie die Mutter, so die Tochter, Frankreich 2016, 94 Min., FSK ab 0, von Noémie Saglio, mit Juliette Binoche, Camille Cottin und Lambert Wilson

Wie die Mutter, so die Tochter

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