MeToo-Debatte : Jonas Kaufmann wurde zu Karrierebeginn sexuell belästigt

Der Opernsänger Jonas Kaufmann spricht über sexuelle Erpressung.
Der Opernsänger Jonas Kaufmann spricht über sexuelle Erpressung.

Der Star-Tenor findet sexuelle Erpressung generell «grauenhaft». Es seien aber nicht nur Frauen betroffen. Auch er habe zu Beginn seiner Karriere eine schlechte Erfahrung gemacht.

shz.de von
30. Mai 2018, 12:51 Uhr

Der deutsche Tenor Jonas Kaufmann ist am Anfang seiner Karriere sexuell belästigt worden. Auch Männer seien nicht vor Belästigung gefeit, sagte der 48-Jährige der Mailänder Tageszeitung «Corriere della Sera» (Mittwoch) mit Blick auf die aktuelle MeToo-Debatte.

«Ich kenne die Situation gut, als ich jung war, ist es mir auch passiert. Ich stand am Anfang meiner Karriere, als mir ein Manager ein Konzert anbot, eine fantastische Gelegenheit. Im Gegenzug hätte ich aber mit ihm in die Sauna gehen müssen. Das war ein sehr expliziter Tausch. Ich hatte Angst und habe Nein gesagt.» Sexuelle Erpressung sei «grauenhaft», sagte der gebürtige Münchner. «Man muss den Mut haben, sie aufzudecken.»

Der Opernsänger beklagte aber auch, dass es in den USA schon so weit gekommen sei, dass ein Mann nicht mehr allein mit einer Frau in einem Raum sein könne, ohne eine Kamera laufen zu lassen. «Die Gefahr, der Belästigung beschuldigt zu werden, ist zu groß.»

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