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Speicherstadt Hamburg : Jan Hofer spricht von Aliens: Erste Tagesschau im Miniatur Wunderland

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Aus der Onlineredaktion

Hamburger Erstliga-Derby, US-Aliens, bestes Wetter und sogar Beine: Bei den Nachrichten aus dem Wunderland ist alles möglich. Am Dienstag wurde auf der Modellfläche das erste Hightech Miniatur-Nachrichtenstudio eröffnet.

shz.de von
erstellt am 03.Nov.2015 | 14:23 Uhr

Hamburg | Die Nachrichten beginnen gewohnt. „Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der Tagesschau“, sagt die Stimme im Off. Dann Jan Hofer: „Herzlich Willkommen zu der Tagesschau aus dem Miniatur Wunderland“. Es ist der echte Nachrichtensprecher Jan Hofer, und es ist das echte Nachrichtenstudio des öffentlich-rechtlichen Senders, der Tagesschau. Doch die Nachrichten sind es nicht. Ein Space Shuttle, das am Knuffinger Airport gelandet ist, dessen Piloten Labskaus wollen, eine unterirdische Hanfplantage und mehrere Brände. Doch es gibt auch grüne Aliens, die der US-Regierung zuarbeiten und einen HSV, der in der ersten Bundesliga gegen den FC St. Pauli gewinnt. Das Wetter entfällt, weil es im Miniatur Wunderland eh nie regnet. Zunächst soll es bei einer Ausgabe bleiben, eine Folgesendung sei aber nicht ausgeschlossen.

Ausgedacht hat sich die Nachrichten NDR-Autor Nils Utzig. Bunt und lustig sollten sie sein, aber von der Aufbereitung nah an den echten Nachrichten dran. So gibt es zu den großen Themen jeweils einen Beitrag, mit Bildern aus dem Leben im Miniatur Wunderland. Freigegeben hat die Sendung der Chefredakteur Kai Gniffke höchstpersönlich.

„Unsere Marke verträgt eine Menge, wir sollten nicht so bitterernst sein“, sagte Tagesschau-Chef Kai Gniffke am Dienstag bei der Eröffnung des Mini-Tagesschaustudios in der Speicherstadt. Während auf einer kleinen Projektionsfläche die aufgezeichnete Wunderland-Tagesschau aus dem echten Studio in Lokstedt läuft, können die Besucher das Nachrichtenstudio im 1:87 Format auf der Modellfläche, direkt neben dem Tierpark Hagenbeck, bewundern. Das Hightech Miniatur Nachrichtenstudio hat täuschend echte Projektionsflächen mit einem Mini-Hofer. Die Technik sorgt dafür, dass die Projektionen auch im Modell-Studio angezeigt werden. Sogar die Beine von Jan Hofer, die in den letzten Wochen für Aufregung gesorgt hatten, lehnen im Studio an einer Wand. Am Ausgang steht der Putzmann, der im Februar 2000 während einer laufenden Sendung mit Sprecherin Susanne Daubner den Mülleimer leerte. Und auch auf das Auto vom Chefsprecher wollten die Miniaturwunderländer nicht verzichten, der Austin Healey parkt direkt vorm Studio.

„Junge Leute sehen hier, dass die Macher der Tagesschau durchaus Humor haben“, sagte Jan Hofer. Umgesetzt wurde das Modell von den Wunderland-Brüdern Gerrit und Frederik Braun und ihrem Team. Sie sind überzeugt von der Marke Tagesschau, stolz sie im eigenen Haus zu haben. „Die Tagesschau ist modern geworden“, sagte Frederik Braun. „Die Chefs haben erkannt, was Viralität bedeutet“, nämlich die Chance soziale Netzwerke und Medien zu nutzen.

Das neue Tagesschau-Studio im Miniatur-Wunderland.
Das neue Tagesschau-Studio im Miniatur-Wunderland. Foto: dpa

Im Miniatur Wunderland leben über 230.000 Mini-Einwohner. In der Miniatur-Tagesschau werden diese nun mit den wichtigsten Nachrichten aus Knuffigen und den sieben anderen Welten versorgt. In drei Monaten und 1000 Arbeitsstunden haben mehrere Modellbauer am Tagesschau-Studio mit täuschend echter Projektionsfläche und vielen liebevollen Details gearbeitet. Immer wieder gelingt es den Machern mit neuen Ideen auf sich Aufmerksam zu machen. 2010 feierten sie die Auslieferung und Taufe des ersten A380 in Hamburg, genau wie 2013 die Eröffnung der Mini-Elbphilharmonie - also schon vor dem Original.

 Im vergangenen Jahr wurde die Weltmeisterschaft im eigenen Land gefeiert, ebenso die internationale Gartenschau, auch die Olympischen Spiele sind schon Thema. „Ideen schreibt das Leben“, sagte Frederik Braun, der seinen Mitarbeitern rät, stets mit einem offenen Auge durch das Leben zu laufen. Es seien oft die naheliegenden Themen, die immer mit einem Augenzwinkern umgesetzt werden. Die Brüder Braun sind für jeden Spaß zu haben, verulkten schon den Bau der Elbphilharmonie in der Hafencity mit einem Glasmonster, das ununterbrochen den angesetzten Etat wegbecherte, während Anwälte und Bauarbeiter einen gefährlichen Boxkampf austrugen.

1.300 Quadratmeter ist die Modellfläche mittlerweile groß, mit 930 Zügen mit 14.450 Waggons und 228.000 Bäumen, 8.850 Autos und 40 fliegenden Flugzeugen. Letzteres sorgte für einen Weltrekord. Das Wunderland hält nicht nur den Rekord für den größten Miniaturverkehrsflughafen, sondern auch für die größte Modelleisenbahnanlage der Welt mit 15,4 Kilometer Gleis. Gerrit Braun: „In der Geschichte des Wunderlandes haben wir schon den einen oder anderen Rekord gebrochen. Es macht einfach extrem viel Spaß sich spielerisch einer Herausforderung zu nähern und dann etwas zu schaffen, was noch niemand anderes geschafft hat.“

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