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"Adios Gringo" : Italo-Westernheld Giuliano Gemma ist tot

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Als Stuntman feierte der Mann mit der markanten Kriegsnarbe seine ersten Auftritte im Film. Heute zählt er neben Clint Eastwood zu den bedeutendsten Mimen des Spaghetti-Western-Genres. Giuliano Gemma kam bei einem Autounfall ums Leben.

shz.de von
erstellt am 02.Okt.2013 | 13:40 Uhr

Wie kaum ein anderer eroberte der italienische Filmschauspieler Giuliano Gemma in den 1960er und 1970er Jahren als Haudegen und Draufgänger die Herzen des Publikums. Nach Anfängen als Komparse und Stuntman wurde er als „Ringo“ zum ersten Serienhelden des Italo-Western und damit international bekannt. Jetzt ist Gemma im Alter von 75 Jahren nach einem Autounfall nahe Rom gestorben. Der gebürtige Römer erlag am Dienstag in einem Krankenhaus von Civitavecchia seinen schweren Verletzungen.

Neben Clint Eastwood zählte Gemma zu den markanten Figuren des Italo-Western. Mit seiner athletischen Statur galt der Frauenliebling sogar als eine Art italienischer Burt Lancaster. Der Schauspieler wirkte insgesamt in weit mehr als 80 Kino- und Fernsehproduktionen mit, zuletzt in „Das Ende der Götter“ (2006) und in Woody Allens Film „To Rome With Love“ (2012). Er war Darsteller für Fotoromane und wurde nach Abenteuer- und Historienfilmen wie „Ben Hur“ zum großen Star in Westernkomödien und -parodien. Publikumserfolge feierte er mit Streifen wie „Friß oder stirb“, „Blutiges Blei“ und „Auch die Engel essen Bohnen“. Gemma selbst sprach dabei immer ironisch von „Ganoven-Opern“.

Anspruchsvollere Rollen verkörperte der in Norditalien aufgewachsene Römer mit den markanten und durch eine Narbe gezeichneten Gesichtszügen später in Filmen wie „Die Tatarenwüste“ (1977) und „Die Warnung“ (1981). Zuletzt wirkte er vor allem noch in italienischen Fernsehproduktionen mit.Eine seiner Besonderheiten war, dass er fast stets ohne Stuntman auskam. Schon in der Schule hatte Gemma sich als begeisterter Sportler hervorgetan und wollte eigentlich Kunstturner werden. „Ich war aber zu groß, um den Sport beruflich ausüben zu können“, erklärte er einmal. So kam er nach Hilfsarbeiten im Schlachthof und bei der Feuerwehr als Statist und wagemutiger Stuntman zum Film. Bis zuletzt machte er die Actionszenen meistens selbst.

Ende der 1970er Jahre wurde Gemma für seine schauspielerischen Leistungen in den Filmen „Der eiserne Präfekt“ und „Corleone“ ausgezeichnet. Zuletzt widmete sich der frühere Westernstar und Stuntman allerdings lieber einer anderen lebenslangen Leidenschaft - der Bildhauerei.

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