Affären : Immobilien von Iñaki Urdangarin beschlagnahmt

Iñaki Urdangarin gerät zunehmend in Bedrängnis.  
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Iñaki Urdangarin gerät zunehmend in Bedrängnis.  

Die spanische Justiz hat in der Finanzaffäre um den königlichen Schwiegersohn Iñaki Urdangarin mehrere Immobilien des Ehemanns der Infantin Cristina beschlagnahmen lassen. Dies geht aus einer am Montag in Palma de Mallorca erlassenen Anordnung des Ermittlungsrichters José Castro hervor.

shz.de von
04. November 2013, 16:27 Uhr

Zu den beschlagnahmten Immobilien gehören Wohnungen und Lagerräume in verschiedenen Städten sowie die Hälfte einer Luxusvilla in Barcelona, die im Volksmund als «Palacete» (Palästchen) bezeichnet wird und sich im gemeinsamen Besitz von Urdangarin (45) und der Königstochter Cristina (48) befindet.

Der Schwiegersohn von König Juan Carlos steht im Verdacht, als Präsident einer gemeinnützigen Stiftung Steuergelder in Millionenhöhe unterschlagen zu haben. Die Justiz hatte von Urdangarin und dessen Ex-Geschäftspartner Diego Torres die Hinterlegung einer Sicherheit von insgesamt 6,1 Millionen Euro verlangt. Damit sollen im Falle einer Verurteilung eventuelle Schadenersatzforderungen abgedeckt werden. Die Beschuldigten waren dieser Aufforderung bislang nicht nachgekommen, so dass der Richter nun die Beschlagnahmungen anordnete. Die Verfügung betrifft auch Wohnungen des früheren Geschäftspartners Torres.

Die Hinterlegung einer Sicherheit für eine mögliche zivilrechtliche Haftung gilt nach spanischem Recht als einer der letzten Schritte vor einer Anklage-Erhebung und vor der Eröffnung eines Prozesses. Der Ermittlungsrichter hatte ursprünglich eine Summe von 8,1 Millionen Euro verlangt. Das Landgericht auf Mallorca senkte den Betrag später auf 6,1 Millionen Euro.

Der Skandal um die von Urdangarin geleitete Stiftung Nóos bedeutete für das Ansehen des Königshauses den schlimmsten Rückschlag in der jüngeren Geschichte. König Juan Carlos entschied, dass Cristina und ihr Mann bis auf weiteres keine offiziellen Termine mehr für das Königshaus wahrnehmen. Gegen Cristina ermittelt die Justiz wegen möglicher Steuervergehen. Allerdings wurde die Königstochter bislang nicht zu einer Beschuldigten erklärt.

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