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Koma nach Ski-Unfall : Hoffen und beten an Schumachers Geburtstag

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Einen Tag vor seinem 45. Geburtstag schwebt Michael Schumacher weiter zwischen Leben und Tod. Zu seinem Ehrentag haben alle nur einen Wunsch: „Werd bald gesund“.

shz.de von
erstellt am 02.Jan.2014 | 14:28 Uhr

Eigentlich wollte Michael Schumacher seinen Geburtstag mit Freunden und Familien wieder in seinem französischen Weihnachts- und Winterdomizil feiern. Fünf Tage nach seinem schweren Skiunfall in Méribel haben nun alle nur noch einen Wunsch zu Schumachers 45. Geburtstag an diesem Freitag: Dass er überlebt und gesund wird. „GET WELL SOON SCHUMI“ („Werd bald gesund Schumi“).

Die Aufschrift auf einem Shirt, das Schumacher-Kumpel Lukas Podolski, Nationalmannschaftskollege Per Mertesacker und einige ihrer Mitspieler vom englischen Fußball-Tabellenführer FC Arsenal zeigte, sprach Millionen Menschen weltweit aus dem Herzen. Denn überall wird Anteil genommen an Schumachers Schicksal. In Indien wurde das laufende Programm unterbrochen, seit Tagen füllt das Thema die Sportseiten der Zeitungen. In China veröffentlichte die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua im Internet ein Archivbild von Schumacher, auf dem er selbst in chinesischen Zeichen das Wort „Sicherheit“ geschrieben hat. Dazu schrieb die Agentur auf Deutsch: „Schumi, gute Besserung!“  Auch einen Tag vor seinem Ehrentag gab es aber zunächst keine Entwarnung. Schumacher befand sich auch am Donnerstag in einem kritischen Zustand. Mitteilungen sollte es nur geben, wenn sich die Lage ändert.

Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister, der Ende 2012 nach einem dreijährigen Comeback seine Karriere beendet hatte, schwebt seit seinem Skiunfall am vergangenen Sonntag zwischen Leben und Tod. Er liegt auf der Intensivstation des Universitätskrankenhauses von Grenoble im künstlichen Koma. Zweimal wurde er wegen seiner schweren Kopfverletzungen operiert. Noch immer hat Schumacher Hirnblutungen, nachdem er mit dem Kopf auf einen Felsen geprallt war. Sein Helm soll dabei zerborsten sein.

Langjährige Wegbegleiter stehen dem erfolgreichsten Piloten der Formel-1-Geschichte zur Seite. Darunter auch sein ehemaliger Teamchef zu gemeinsamen Ferrari-Zeiten, Jean Todt. Schumacher sei ein sehr, sehr guter Freund von ihm, hatte der Franzose einmal gesagt. „Das ist mehr, als wenn ich sein Vater wäre, denn einen Freund sucht man sich aus - einen Vater nicht“, sagte Todt damals der Zeitung „Die Welt“.

Der ebenfalls mit Schumacher eng verbundene Ross Brawn, auch zuletzt sein Teamchef bei MercedesAMG, war am Abend des Unfalltages in Grenoble angekommen. Statements hat keiner von ihnen bislang abgegeben.  Für Schumacher wäre es eigentlich eine von bislang wenigen Geburtstagsfeiern geworden in den vergangenen zwei Jahrzehnten, ohne an die Schufterei für die folgende Formel-1-Saison denken zu müssen. Im Sommer 1991 war Schumacher in die Königsklasse des Motorsports eingestiegen. Seitdem nutzte er die Weihnachts- und Silvesterzeit zum Durchatmen und Krafttanken für die neue Saison. Seit einiger Zeit verbrachte er seine Geburtstage mit der Familie und Freunden in Méribel und war auch über Weihnachten und Silvester dort.

Diesmal änderte ein kurzer Schwung mit den Skiern am 29. Dezember alle Pläne. Schumacher war bei dem Unfall nicht schnell unterwegs, er befand sich in einem eher flachen Tiefschnee-Bereich zwischen zwei markierten Pisten. „Wenn man eine Sache beherrscht, kann man auch das Risiko kalkulieren. Und der Rest Risiko, den man nicht mehr kalkulieren kann, den gibt's überall im Leben. Das ist dann Schicksal. So sehe ich das“, sagte Schumacher einmal in einem Interview der „Bild am Sonntag“ zu seinem 40. Geburtstag, in dem Prominente die Fragen stellen durften. Die Frage kam damals von Rodel-Ikone Georg Hackl und bezog sich auf Schumachers Motorradleidenschaft.

Schumacher spulte unzählige Kilometer in über 700 PS-starken Formel-1-Rennwagen ab. Er überstand fast zwei Jahrzehnte in der Königsklasse des Motorsports mehr oder weniger unbeschadet - bei seinem schwersten Unfall 1999 in Silverstone erlitt er einen Schien- und Wadenbeinbruch. 98 Tage später war Schumacher zurück. Ein schöneres Geschenk als die ersehnte Entwarnung und zumindest ein erster kleiner Schritt zurück in die Normalität könnte es für alle an Michael Schumachers 45. Geburtstag nicht geben.

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