TV-Tipp : Hannes Jaenicke: Im Einsatz für Nashörner

Schauspieler Hannes Jaenicke (l) und ein Ranger neben dem Nashorn Sudan.
Schauspieler Hannes Jaenicke (l) und ein Ranger neben dem Nashorn Sudan.

Nashörner gibt es hierzulande in Zoos zu bestaunen. In ihrer Heimat sterben sie aus - wovon eine ZDF-Reportage von Hannes Jaenicke nun berichtet. Auch Frank Elstner hat einen Nashorn-Film in petto.

shz.de von
16. Januar 2018, 00:01 Uhr

Bei uns in Europa sterben die Insekten aus, vor allem die Bienen. In Afrika sind davon vor allem Elefanten und Nashörner betroffen. In sämtlichen Fällen ist der Mensch mit verantwortlich dafür, in Afrika ganz direkt - als Wilderer. Davon berichtet die Reportage «Hannes Jaenicke: Im Einsatz für Nashörner», die an diesem Dienstag (22.15 Uhr) im ZDF zu sehen ist. Der 57-jährige Schauspieler hat das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn in Kenia besucht.

Nicht nur Jaenicke war hinter Dickhäutern her, sondern auch ein anderer, der seine Leidenschaft für Tiere in späteren Berufsjahren entdeckt hat: Frank Elstner. Der 75-Jährige hat einen Film mit dem Titel «Elstners Reisen: Die Retter der Nashörner» im Köcher. Dessen Ausstrahlung verschiebe sich jedoch in die zweite Jahreshälfte, teilte der Südwestrundfunk auf Anfrage mit. Der Grund liege aber nicht in der ZDF-Konkurrenz, sondern in «produktionstechnischen und klimatischen Schwierigkeiten an den Drehorten».

«Mein Name ist Sudan, und ich bin ein Nördliches Breitmaulnashorn. Die beiden Männer um mich herum sind meine Bodyguards. Vermutlich deshalb, weil ich der letzte männliche Vertreter meiner Art bin». Dieser Text wird gleich zu Beginn des Films diesem Nashorn ins Maul gelegt, das in einem drei Quadratkilometer großen, gut bewachten Privatreservat des Ol-Pejeta-Schutzgebietes mitten im afrikanischen Kenia lebt, wo es vor Wilderern geschützt wird.

Sudan heißt so, weil er im gleichnamigen afrikanischen Staat zur Welt kam, ehe er später von seiner Familie getrennt worden war. Er ist halbblind und 44 Jahre alt, was für ein Nashorn steinalt ist, und bekommt sein Frühstück serviert: Kraftfutter, Sprossen und Heu. Zu seiner kleinen Familie gehören noch Tochter und Enkelin - es sind die letzten Exemplare ihrer Art. Künstliche Befruchtung oder Experimente mit Stammzellentechnik zur Züchtung eines Embryos sollen sie vor dem Aussterben retten.

In Südafrika leben derzeit noch etwa 20 000 Exemplare des Südlichen Breitmaulnashorns und rund 5000 Spitzmaulnashörner. Allein in Afrika werden jeden Tag drei Nashörner getötet, zu sehen sind im Film auch Bilder von verstümmelten Tieren. Grund dafür sind ihre Hörner, denen aphrodisierende und heilende Kräfte nachgesagt werden. Eine medizinische Wirkung konnte nie nachgewiesen werden. Ein Horn kann bis zu vier Kilo schwer werden, auf dem Schwarzmarkt ist laut Filmangaben ein Kilo allein 50 000 Euro wert. Wenn das Treiben krimineller Syndikate so weitergeht, wird es in wenigen Jahren keine Nashörner mehr geben.

Jaenicke trifft sich mit Wildschützern, besucht ein gut verstecktes Waisenhaus für verwaiste Jungtiere und reist nach Vietnam, wo er geradezu erschreckend leicht an Nashornspäne gelangt, die wie verbranntes Haar schmecken (was am Bestandteil Keratin liegt).Er stellt sich und damit auch dem Zuschauer fast schon philosophische Fragen, etwa warum es hierzulande im Zirkus noch immer Wildtiere zu sehen gibt (sogar ein Nashornbulle im Zirkus Krone), was mit den Geldern der Entwicklungshilfe in Afrika passiert (Stichwort: Korruption) und warum vor allem Europäer und Asiaten die Länder Afrikas ausplündern auf der Suche nach immer günstigeren Rohstoffen. Jaenicke spricht dabei stets von «wir», womit vermutlich unser aller Verantwortung gemeint ist, und auch unser eigenes Verhalten.Hier stellt ein bekannter Schauspieler ziemlich unbequeme Fragen.

Mit seinem neuesten Beitrag hat er es zum ersten Mal mit einem Tier zu tun, «das tatsächlich jetzt gerade ausstirbt», wie Jaenicke selbst traurig im Film sagt. «Wenn dieses Tier hier stirbt, dann war es das mit dieser Art. Dann haben wir es tatsächlich geschafft, eine Tierart auszurotten».

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