Gelockerte Haftstrafe : Ex-Bayern-Manager: Uli Hoeneß ist Freigänger

Das Justizministerium teilt am Freitag mit: Uli Hoeneß ist sieben Monate nach Haftantritt Freigänger.

shz.de von
02. Januar 2015, 12:50 Uhr

München | Sieben Monate nach Haftantritt ist Ex-FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß am Freitag Freigänger geworden. Dies sagte ein Sprecher des bayerischen Justizministeriums der Deutschen Presse-Agentur in München. Nähere Angaben machte er zunächst nicht. Als Freigänger kann Hoeneß tagsüber außerhalb des Gefängnisses einer geregelten Arbeit nachgehen. Nur zum Schlafen muss er wieder hinter Gitter.

Hoeneß kann nun wie geplant tagsüber bei seinem Verein FC Bayern arbeiten. Sein Anwalt Tobias Pretsch von der Kanzlei Ufer-Knauer teilte auf Anfrage mit, dass der FC Bayern München als Arbeitgeber des 62-Jährigen eine Erklärung abgeben wolle. Die Verantwortlichen des europäischen Spitzenclubs hatten zuvor mehrfach gesagt, dass Hoeneß im Nachwuchsbereich des Vereins arbeiten werde. „Es war sein eigener Wunsch, im Nachwuchsbereich zu arbeiten. Das heißt, er wird einen Anstellungsvertrag mit der FC Bayern München AG unterzeichnen“, erklärte Bayern-Präsident Karl Hopfner das Prozedere. „Ich glaube, das ist für ihn eine unwahrscheinliche Erlösung, wenn er hier wieder in einen anderen Rhythmus reinkommt und auch wieder unter uns sein kann.“ Hoeneß soll seinen reichhaltigen Erfahrungsschatz in den Nachwuchsbereich einbringen, der auch nach Ansicht von Sammer „etwas zu kurz gekommen ist in den letzten zwei Jahren“. FC-Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte erst kürzlich im Fernsehen über die Zukunft von Hoeneß gesagt: „Ab Anfang Januar kommt er zum ersten Mal her, wird dann im Nachwuchs tätig sein.“

Der ehemalige Präsident des FC Bayern war am 2. Juni 2014 ins Gefängnis nach Landsberg am Lech gegangen. Am 13. März hatte ihn das Landgericht München wegen Hinterziehung von 28,5 Millionen Euro Steuern zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Hoeneß, der am 5. Januar 63 Jahre alt wird, hatte an Weihnachten und an Silvester zweimal Hafturlaub erhalten. Er durfte das Gefängnis in dieser Zeit auch zum Schlafen verlassen und verbrachte die Feiertage mit seiner Familie in seinem Haus in Bad Wiessee am Tegernsee. Schon zuvor war ihm einige Male tagsüber Ausgang genehmigt worden.

Hafterleichterungen richten sich nach einem Vollzugsplan, den das Gefängnis für jeden Häftling erstellt. Der begleitete oder unbegleitete Ausgang ist eine der unteren Stufen. Hafturlaub kommt nach frühestens sechs Monaten geschlossenem Vollzug als weitere Erleichterung in Betracht. Der Freigang ist eine der oberen Stufen. Dass Hoeneß bereits jetzt Freigänger wurde, deutet darauf hin, dass die Strafvollstreckungsbehörden die Hälfte seiner Haft zur Bewährung aussetzen könnten. In diesem Falle wäre der einstige Fußball-Spitzenmanager im Frühjahr 2016 ein freier Mann.

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