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Promi-Tod im Netz : Eins von vielen Opfern: Bud Spencer

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Bud Spencer ist das jüngste Opfer einer perfiden Masche: Stars für tot zu erklären. Neben ihm gibt es viele Promis, die bereits mehrfach über ihr Ableben im Internet lesen mussten. shz.de mit einer Auswahl.

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erstellt am 11.Sep.2014 | 13:42 Uhr

Der Tod von Bud Spencer machte am Dienstagnachmittag die Runde im Netz. Ursächlich dafür ein Foto eines Grabsteins mit der Inschrift „Spencer“. Doch schnell gab es Entwarnung: Die Legende lebt! Entgegen einiger Falschmeldungen. Auf Facebook und Twitter machte das Foto mit der Grabstätte schnell die Runde. Dazu die Nachricht. „Exclusive RTL.de: Bud Spencer ist heute morgen gestorben, der Held unserer Jugend. Wird alle werden dich nie vergessen, du bist immer in unseren Herzen. Rest in Peace: 1929-2014“. Die Nachricht wurde innerhalb von 12 Stunden über 10.000 Mal geteilt und erreichte über 50.000 „Likes“. Der 84-Jährige ist jedoch wohlauf, es gab keinen Autounfall.

Viele Prominente wurden in den vergangenen Jahren immer wieder mal für tot erklärt. Die Nachrichtenenten machten in den sozialen Netzwerken, insbesondere Facebook und Twitter, schnell die Runde, wurden aber von den Stars meist selbst und mit Humor entkräftet.

So starb unter anderem der 43-Jährige Jackass-Erfinder Johnny Knoxville bei einem seiner Stunts. Berichten nach starb er, als er aus einem Flugzeug sprang, eine gigantische Dose Bohnen aß und sich dann der Fallschirm nicht öffnete. Traurige Wahrheit ist allerdings, dass sein Jackass-Partner Ryan Dunn bei einem Unfall ums Leben kam.

Johnny Knoxville gibt den Opa. Sean Cliver/Paramount Pictures/MTV Films
Johnny Knoxville gibt den Opa. Foto: Cliver/Paramount/MTV
 

Britney Spears starb auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs bei einem Autounfall. Im Juni 2001 war es, da platzierte der Hacker Tim Fries eine entsprechende Falschmeldung bei CNN. Der Wagen soll angeblich von ihrem damaligen Freund Justin Timberlake gelenkt worden sein. Im Oktober 2001 starb Britney Spears erneut – nur rein virtuell natürlich.

Britney Spears holte sich Unterstützung von ihrer Schwester.
Britney Spears holte sich Unterstützung von ihrer Schwester. Foto: Paul Buck
 

Auch Twilight-Star Taylor Lautner ist laut Internet schon einmal gestorben. Im Januar 2010 soll eine Überdosis Kokain seinem Leben ein Ende gesetzt haben. Auferstanden ist er ein paar Tage später. Da war er bei den Golden Globes. Heute ist der junge Mann 22 Jahre alt und erfreut sich bester Gesundheit.

Taylor Lautner in Los Angeles. Foto: Paul Buck
Taylor Lautner in Los Angeles. Foto: Paul Buck
 

Würde die Meldung stimmen, wäre der Rapper Eminem seit dem 15.12.2000 tot. Damals wurde der Star auf der Webseite des Nachrichtensenders CNN für tot erklärt. Ein Redakteur berichtete, dass „Slim Shady“ bei einem schlimmen Autounfall unter Drogen- und Alkoholeinfluss ums Leben gekommen sei. Kurze Zeit später erfolgte das Dementi.

Wieder ein Preis für Eminem. Anthony Harvey
Wieder ein Preis für Eminem. Foto: Anthony_Harvey
 

Wieder war es eine gefälschte Seite auf CNN, die den Tod von Paris Hilton beschrieb. Die Hotelerbin sei bei einem kurzweiligen Gefängnisaufenthalt im Jahr 2007 von einer Mitinsassin erstochen worden, hieß es. Auch hier folgte schnell die Erklärung: Paris ist wohlauf.

US-Filmstar Matt Damon strandete bei einem Abenteuertrip an der mexikanischen Grenze. Ohne Wasser verdurstete der Star in der Wüste. 2009 informierte ein Freund Damons das Sheriff-Department. Matt Damon, bekannt aus der Bourne-Reihe, wurde nie gefunden. Konnte auch nicht passieren, der Hollywood-Schauspieler war zu der Zeit in Italien im Urlaub.

Auch Teeniestar Miley Cyrus ist schon mit 15 Jahren das erste Mal für tot erklärt worden. 2008 war die Ursache ein Autounfall. Ein Lkw rammte ihren Wagen, da war sie gerade auf dem Weg zu Dreharbeiten von „Hannah Montana“. Auf dem Weg ins Krankenhaus verstarb sie angeblich. Folgende Nachricht verbreitete eine Freundin von Miley: „Hallo Leute, hier ist Mandy, ich habe ein paar sehr traurige Nachrichten. Es schmerzt uns, euch dies mitteilen zu müssen, aber Miley ist diesen Morgen gestorben, nachdem sie von einem alkoholisierten Fahrer niedergefahren worden ist. Miley sagte uns, dass falls ihr jemals etwas zustoßen sollte, wir es ihren Fans vor der Allgemeinheit mitteilen sollen. Ruhe in Frieden. Meine Liebe, wir werden dich so vermissen.“ Der inzwischen Skandal-Star lebt jedoch. Größer wäre die Möglichkeit gewesen, dass sie beim Video zu „Wrecking Ball“ von der Abrissbirne erschlagen wird. 

Miley Cyrus heiratet nun doch nicht.
Miley Cyrus heiratet nun doch nicht. Foto: Boris Roessler
 

Wer erinnert sich noch an den tragischen Tod von Scientology-Anhänger Tom Cruise? 2008 stürzte er bei Dreharbeiten an den Kauri Cliffs in Neuseeland von einer Klippe. Als wäre das nicht genug, starb er im selben Jahr bei einem Flug nach Hong Kong gleich ein zweites Mal. Todesursache war ein Herzinfarkt. Ganz schön gebeutelt, der Mission-Impossible-Star.

Im März 2011 machte der Tod von Jackie Chan die Runde. Der Star aus den asiatischen Kampffilmen sei angeblich an einem Herzinfarkt gestorben. Die Meldung stellte sich schnell als falsch heraus, löste aber bis dahin eine große Welle im Netz aus. Im Film „Karate Kid“ aus dem Jahr 2010 spielt auch der Sohn von Will Smith, Jaden Smith, mit. Auch er wurde bereits Opfer einer Falschmeldung. Demnach starb der Nachwuchsschauspieler (Foto) bei einem Snowboardunfall in der Schweiz.

Auf der chinesischen Mauer unterrichtet Mr. Han (Jackie Chan)  seinen jungen Schüler Dre (Jaden Smith).
Auf der chinesischen Mauer unterrichtet Mr. Han (Jackie Chan) seinen jungen Schüler Dre (Jaden Smith). Foto: Sony
 

Morgan Freeman starb im September 2012 auf Twitter. Ein Nutzer bezog sich auf eine nicht existierende CNN-Nachricht und löste damit eine Welle der Bestürzung aus. Freeman ist mit 77 Jahren zwar nicht mehr der Jüngste, aber erfreut sich nach wie vor bester Gesundheit. Auf Facebook existiert eine Gruppe mit dem Namen „R.I.P. Morgan Freeman“ mit knapp 63.000 Fans. Im Oktober 2012 stürzte er dann auch noch von einer Klippe, starb also zwei Mal innerhalb weniger Monate. Auch auf diese Nachricht fielen noch einige Fans des Schauspielers herein. Auf Facebook gab sich der Star amüsiert: „Wie Mark Twain lese ich weiterhin, dass ich tot bin“, schrieb er damals. „Ich hoffe, dass diese Geschichten nicht wahr sind, aber wenn sie es sind, bin ich froh, berichten zu können, dass mein Leben nach dem Tod identisch ist mit meinem Leben als ich noch gelebt habe.“

Auch Aaron Carter, Bruder von Backstreet-Boy Nick, musste kurz vor Weihnachten 2010 mit Gerüchten leben, er wäre tot. Er meldete sich kurze Zeit später selbst und gab Entwarnung. „Hier ist der echte Aaron Carter. Ich bin da, mir geht es gut und ich bin zu Hause.“ Heute ist er 26 Jahre alt und am Leben.

Aaron Carter
Aaron Carter Foto: Imago
 

Charly Sheen wurde bereits mehrfach für tot erklärt. Ein Snowboard-Unfall machte die Runde. Ziemlich unglaubwürdige Geschichte. Wenn er umkommt, dann wohl durch Alkohol oder Drogen. Das wäre zumindest glaubwürdiger. Heute ist der 49-Jährige vor allem durch seine vielen Frauengeschichten bekannt. 

Charly Sheen: Drogen, Alkohol und Frauen
Charly Sheen: Drogen, Alkohol und Frauen Foto: Imago

George Clooney ist der Schwarm vieler Frauen. der 53-Jährige wäre laut einer Nachricht im Netz bereits seit fünf Jahren tot. Damals sorgte die Meldung im Juni 2009 für große Anteilnahme – vor allem bei seinen weiblichen Fans.

Der Fluch der Karibik ereilte den US-Filmstar Johnny Depp in Bordeaux in Frankreich. Dort soll er Anfang 2010 mit seinem Auto außerhalb der Stadt verunglückt sein. Als man ihn fand, war er bereits tot. Tragisch: Der 51-Jährige taucht 2012 im Film „Dark Shadows“ als Vampir wieder auf. War er also niemals am Leben?

Hielt nicht die Hand auf: Johnny Depp.
Hielt nicht die Hand auf: Johnny Depp. Foto: dpa
 

Nur knapp vier Monate vor seinem realen, echten und wirklichen Tod am 14. September 2009 verbreitete sich am 19. Mai 2009 die Nachricht vom Tod Patrick Swayzes wie ein Lauffeuer über Twitter. Zu dem Zeitpunkt war Swayze bereits schwer an Krebs erkrankt. Seine Sprecherin sah sich zu deiesem Zeitpunkt gezwungen, dem Gerücht entgegenzutreten: „Patrick Swayze ist nicht gestorben - im Gegensatz zu anders lautenden rücksichtslosen Berichten. Er lebt, es geht ihm gut, er genießt sein Leben und spricht weiter gut auf die Behandlung an.“

Der Schauspieler Patrick Swayze ist gestorben
Der Schauspieler Patrick Swayze ist gestorben. Foto: dpa

Bill Cosby, seines Zeichens Komiker-Legende, wurde via Twitter schon zweimal für tot erklärt. Beide Male war das ein Fehlalarm. Zwar ist es mittlerweile ruhiger um den 77-Jährigen geworden, doch Cosby erfreut sich nach wie vor bester Gesundheit. Zu seinem vermeintlichen Ableben twitterte der Entertainer: „Und wieder widerlege ich die Gerüchte über mein Ableben. Aber ich bestätige - ich habe eine App“.

Bill Cosby ist mit 77 Jahren noch topfit.
Bill Cosby ist mit 77 Jahren noch topfit. Foto: Imago
 

Einen Twitter-Angriff auf das Leben von Barack Obama gab es auch schon. Hacker erklärten den US-Präsidenten für tot. Die Cyber-Kriminellen hatten sich in den Twitter-Account des US-Nachrichtensenders „Fox“ eingeklinkt und verbreitet, der US-Präsident sei mit zwei Schüssen in den unteren Bauchbereich und in den Nacken getötet worden. Twitter reagierte schnell und löschte die Falschmeldung.

„Lorraine Star“ hieß die Twitterin, die US-Sängerin Cher mit einer Fehlmeldung frühzeitig unter die Erde schickte. Cher sei in ihrem Haus in Malibu tot aufgefunden worden, hieß es in der Nachricht aus dem Januar 2012. 13 Millionen Twitter-Nutzer fielen auf den Scherz herein. Eine davon war Kim Kardashian. Sie twitterte: „Ist das wirklich wahr, dass Cher gestorben ist? Stimmt das? Oh mein Gott! Ich hoffe, das ist ein schlechter Twitter-Scherz, der nicht der Wahrheit entspricht. Ich kann es sonst auf keiner Nachrichtenseite finden. Ich bete wirklich, dass es nicht stimmt.“ Cher reagierte mit Humor auf die Panik im Netz und schrieb gelassen: „Hier bin ich nun also und melde mich aus dem Jenseits! Es ist ziemlich blau hier oben und glücklicherweise haben sie mir einen Ausblick auf das Meer und auf Palmen, sowie ein balinesisches Haus gegeben.“ Cher ist mittlerweile 68 Jahre alt.

2011 ist „eine Legende von uns gegangen“, so lautet damals eine Twitter-Nachricht. Gemeint war in diesem Fall Jon Bon Jovi. Der Rocker war angeblich in einem Hotel tot aufgefunden worden. Eine weitere Falschmeldung. Zum Beweis twitterte Bon Jovi ein Bild von sich mit der Unterschrift: „Der Himmel hat eine große Ähnlichkeit mit New Jersey.“ Der Sänger hatte gerade ein Restaurant in New Jersey eröffnet, als sich die Nachricht von seinem Tod verbreitete.

Jon Bon Jovi hat einen weiblichen Fan sehr glücklich gemacht.
Jon Bon Jovi hat einen weiblichen Fan sehr glücklich gemacht. Foto: Adam Warzawa
 

Auch Pop-Diva Lady Gaga musste schon das Zeitliche segnen. „Ruhe in Frieden, Lady Gaga“, twitterten unzählige Nutzer zum vermeintlichen Tod der Sängerin. Lady Gaga hält einen kleinen Rekord. Schon das vierte Mal wurde sie über den Kurzmitteilungsdienst für tot erklärt.

Auch ältere Verschwörungen über den Tod von Stars gibt es. Noch aus der Zeit vor dem Internet stammt die Nachricht vom Tode Paul Mc Cartneys. Damals schrieb er „Ich bin am Leben und gesund und betroffen von den Gerüchten über meinen Tod. Aber wenn ich tot wäre, wäre ich der Letzte, der es wüsste“, schrieb er 1969. Nicht jeden überzeugte diese Meldung. Wochen zuvor behauptete die Campuszeitung von Illinois, der Sänger sei 1966 bei einen Motorradunfall ums Leben gekommen. Seine Kollegen hätten daraufhin ein Double gesucht und auch gefunden: William Campbell, der 1967 in einem Paul-McCartney-Look-Alike-Wettbewerb den ersten Platz erzielte.

Diese Verschwörungstheorie hält sich bis heute und wird im Netz immer wieder angefacht. Dabei stellen sich fragen wie: „Warum läuft McCartney auf dem Cover 'Abbey Road' als einziger barfuß über den Zebrastreifen?“ „Warum hält er in der rechten Hand eine Zigarette, obwohl er doch Linkshänder ist?“ „Kann man am Schluss von 'All you need is love' nicht John Lennon singen hören: „Yes he's dead . . . we love you yeah, yeah, yeah!“ 

Weitere „Hinweise“ auf seinen Tod gibt es auf den Alben. Auf dem „White Album“ den Song „Number Nine“ rückwärts abzuspielen war die Geburtsstunde des „Paul is Dead“-Hoax. Die wahnwitzige Verschwörungstheorie basiert auf der Wiederholung der Worte „Number nine“. Klar und deutlich höre man, wie die Stimme auf einmal die Worte „Turn me on, dead man“ sagte. Auch auf dem Beatles-Album „Magical Mystery Tour“ findet man einen angeblichen Hinweis auf Pauls Tod. 'Strawberry Fields Forever' rückwärts angehört und am Ende des Songs hört man John Lennon sagen: „I buried Paul.“ Alles nur Blödsinn? Heute ist McCartney 72 Jahre alt. Oder ist es doch Wiliam Campell?

Ernest Hemingway wurde 1954 bereits totgeglaubt. „Wir alle haben ihm zu danken! Seinen Lesern hat er die Welt vermittelt, wie sie ist. Er weilt nicht mehr unter uns. Abgestürzt beim Überfliegen der Murchison-Fälle in Uganda“, schrieb man damals. Doch die Nachrufe zum vermeintlichen Tod des Schriftstellers waren verfrüht. Nur drei Tage später trat der Schriftsteller mit einer Flasche Gin vor Journalisten und erklärte: „Ich habe zur Zeit eine Glückssträhne.“ Tatsächlich starb Ernest Hemingway am 2. Juli 1961.

Der amerikanische Schriftsteller Ernest Hemingway.
Der amerikanische Schriftsteller Ernest Hemingway. Foto: Frm/dpa

Gerade durch das Internet verbreiten sich Todesnachrichten besonders schnell. Die Auswahl zeigt, dass es vorzugsweise Prominente trifft. Viele erlauben sich einen Spaß, wollen Aufsehen erregen oder den eigenen Bekanntheitsgrad steigern. Ohne Frage geschmacklos. Wie das jüngste Beispiel von Bud Spencer zeigt, sind sich manche Menschen im Internet nicht zu schade, auch Legenden virtuell sterben zu lassen.

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