Welle des Protests : Echo-Eklat: Peter Maffay fordert Rücktritte

Peter Maffay fordert Konsequenzen. Foto: Friso Gentsch
„Man hätte sich bewusst sein müssen, dass es zu einer solchen Eskalation kommen würde“: Peter Maffay fordert strukturelle und personelle Konsequenzen.

Die Echo-Verleihung sorgt weiter für Diskussionen. Peter Maffay fordert jetzt Konsequenzen.

shz.de von
16. April 2018, 13:29 Uhr

Nach der umstrittenen Echo-Verleihung an die Rapper Kollegah und Farid Bang hat der Sänger Peter Maffay einen Rücktritt der Verantwortlichen gefordert.

«Zur Tagesordnung jetzt überzugehen, geht nicht. Es muss eine Aufarbeitung geben», schrieb Maffay am Montag auf seiner Facebook-Seite.

Die beiden Rapper waren bei der Echo-Verleihung vergangene Woche für einen Song ausgezeichnet worden mit den Zeilen: ««Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen» und «Mache wieder mal 'nen Holocaust, komm' an mit dem Molotow». Der verantwortliche Bundesverband Musikindustrie hatte nach einer Welle des Protests schließlich Änderungen am Konzept des Musikpreises angekündigt.

Das reiche nicht aus, kritisierte Maffay. «Die Konsequenz aus den Vorfällen sollte sein: Die Verantwortlichen nehmen ihren Hut und an ihre Stelle treten glaubhafte Personen, die für die Zukunft die nötige Transparenz garantieren», schrieb er.

Die Verleihung sei gerade angesichts der deutschen Vergangenheit eine «Ohrfeige für das demokratische Verständnis in unserem Land», so Maffay. Zudem habe sich der Echo zu einem reinen Vermarktungsmodell entwickelt. «Es geht um Geld, um Marktanteile und um Selbstdarstellung. Die Künstler selbst sind nur noch Statisten.»

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