TV-Show : Dschungelcamp in der heißen Phase - Eine Zwischenbilanz

Die Zuschauer haben abgestimmt: Sandra Steffl ist raus.
Die Zuschauer haben abgestimmt: Sandra Steffl ist raus.

Beim Dschungelcamp hat die Rauswurfphase begonnen. Jetzt gibt es jeden Abend einen Abgang - mit mindestens einer Ausnahme. Das Interesse der Zuschauer dürfte damit in den kommenden Tagen steigen. Bisher war es nicht gerade auf Rekordniveau. Eine Zwischenbilanz.

shz.de von
26. Januar 2018, 11:07 Uhr

Das Dschungelcamp geht mit der zweiten Woche in die heiße Phase. Am Donnerstagabend ist mit Schauspielerin Sandra Steffl («Rossini») die erste Teilnehmerin der RTL-Show rausgeflogen.

Besonders traurig schien die 47-Jährige nicht darüber zu sein, dass sie bei der Telefonabstimmung die wenigsten Anrufe bekommen hatte. Im Gegenteil, ihr war die Erleichterung anzumerken. Auch andere Teilnehmer hatten in den Tagen davor immer wieder gestöhnt, geächzt, gejammert, geweint und geklagt, über Schikanen bei den campüblichen Aufgaben mit Ekelfaktor zum Beispiel oder wie Daniele Negroni (22) über den schmerzhaften Verzicht auf Zigaretten.

Soulsänger Sydney Youngblood (57) hat bereits mehrfach angedeutet, nicht lange bleiben zu wollen. «Ich kann nicht mehr. Ich will gehen. Ich packe», vertraute er am Donnerstagabend dem Dschungeltelefon an. Noch vor der Rauswurfphase hatte sich am Mittwoch das 21-jährige Transgender-Model Giuliana Farfalla vorzeitig verabschiedet und erklärt: «Ich bin nicht gut in sowas, deshalb halte ich es kurz: Ich gehe nach Hause.»

Das Zuschauerinteresse ist diesmal eher nicht rekordverdächtig: Mit 6,49 Millionen zum Auftakt am Freitag vor einer Woche war schon der Start nicht berauschend, im Jahr davor waren es noch 7,36 Millionen. Und an den Abenden danach gingen die Zuschauerzahlen zunächst sogar noch runter.

Woran liegt das? «Die schwachen Quoten sind zum einen bedingt durch beginnende Abnutzungseffekte des Formats einerseits und den geringen Bekanntheitsgrad der Teilnehmer andererseits», erklärt Medienwissenschaftlerin Joan Bleicher von der Universität Hamburg. Bei wenig bekannten Stars fehlten die verschiedenen Fancommunities, die man miteinander zu optimalen Zuschauerzahlen verknüpfen könne.

«Es werden ja die immer gleichen Rollenmuster besetzt: Ex-Sportler, Castingshow-Kandidaten, die «Bachelor»-Kandidatin, erfolglose Sänger/innen und Schauspieler/innen, Boulevard- und Reality Stars», erläutert Bleicher. «Zum einen fehlt es an Prominenz, zum anderen lässt auch das Confrontainment-Potenzial der Gruppe zu wünschen übrig. Das zeigen auch die Zuschauerreaktionen etwa auf Twitter.»

Deutlich gestiegen ist das Zuschauerinteresse am Mittwochabend, nachdem RTL zuvor angedeutet hatte, dass es einen freiwilligen Abgang geben werde - ohne zu verraten, wer gehen will. Nach Bleichers Einschätzung war das erfolgreich: Ein freiwilliger Abgang sei ein Spannungshöhepunkt der Dramaturgie des Durchhaltens oder des Scheiterns, so die Medienwissenschaftlerin. Das habe viele Zuschauer zum Einschalten motiviert.

Bis zum Finale gibt es nun täglich einen Abschied und dann voraussichtlich wieder bessere Quoten. Nach jetzigem Stand der Dinge muss allerdings an mindestens einem Abend keiner gehen - wegen Giuliana Farfallas vorzeitigem Ausstieg. Wann das sein wird, hat RTL noch nicht verraten. Außerdem gibt es ja mit Youngblood noch einen weiteren Wackelkandidaten, der vielleicht auf eigene Faust die Koffer packt. Auch das ist sicher gut für die Spannung.

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