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Leute : Die Promi-Geburtstage vom 13. Oktober 2013: Christiane Hörbiger

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 Hamburg/Wien (dpa) – Ihr Mops rennt aufgeregt um Christiane Hörbiger herum, während die Blicke der Schauspielerin zu einem Seefahrerbild an der Wand des Salons im Hamburger Hotel «Atlantic» wandern und dort kurz ein wenig sehnsüchtig hängenbleiben.

shz.de von
erstellt am 13.Okt.2013 | 00:07 Uhr

«Am liebsten hätten mein Lebensgefährte und ich eine Schiffsreise über den Atlantik von New York nach Hamburg gemacht, aber das ging aus Zeitgründen nicht», erzählt sie. «Doch das holen wir nach.» Sie hätte sich die Fahrt, von der sie schon seit längerem träumt, zum 75. Geburtstag schenken können – den feiert die Österreicherin am Sonntag (13. Oktober). Dafür wird sie nun mit Millionen Zuschauern gemeinsam Geschenke auspacken: Die ARD feiert die «Grande Dame» des deutschsprachigen Fernsehens mit vier Filmen, darunter zwei neuen.

 «Es gibt im Fernsehen schon wunderbare Rollen für ältere Frauen, man muss nur bereit sein, sich von der Rolle der Liebhaberin zu verabschieden und die der Großmutter zu übernehmen», sagt Hörbiger. In den beiden neuen Filmen, die im «Ersten» am 14. und 18. Oktober zu sehen sind, beeindruckt sie mit ihrer eindringlichen Darstellung einer Alzheimer-Patientin («Stiller Abschied») und erfreut als positive, strahlende Mittsiebzigerin («Zurück ins Leben»). «Aufhören zu arbeiten, kann ich mir nicht vorstellen. Es sei denn, die Zuschauer wollen mich nicht mehr sehen», sagt die Mimin, die schon 1955 ihr Filmdebüt gab. «Aber ich habe in meinem beruflichen Leben schon so viel Glück gehabt - dafür bin ich dankbar.»

«Sie wirkt schlicht und einfach luxuriös überbesetzt [...] Christiane Hörbiger ist imstande, eine ordentliche Seifenoper in ein außerordentliches Drama zu verwandeln», schrieb der österreichische Journalist Ulrich Weinzierl mal über Hörbiger, die mit der TV-Serie «Das Erbe der Guldenburgs» in den 80er Jahren einem breiten Publikum bekannt geworden war und später als Richterin in der Serie «Julia – Eine ungewöhnliche Frau» Millionen Zuschauer fesselte. Auf der Leinwand gab Hörbiger in Helmut Dietls Kultsatire «Schtonk» die Göring-Nichte Freya von Hepp, im Fernsehen hat sie seit langem allem Jugendwahn zum Trotz Erfolg, indem sie reife, starke Frauen verkörpert. Manchmal veredelt sie einfach nur seichte Stoffe, dann aber wieder trumpft sie in mutigen Rollen mit ernsten Themen auf.

Die Liebe zur Darstellungskunst liegt in der Familie: Als Tochter des bekannten Schauspieler-Ehepaares Attila Hörbiger und Paula Wessely wurde sie 1938 in Wien geboren. Auch ihr Onkel Paul Hörbiger verdiente sein Geld auf der Bühne. Hörbigers Schwestern Maresa Hörbiger und Elisabeth Orth wurden ebenfalls zu bedeutenden Schauspielerinnen. «Ich bin der weiße Clown» nannte Christiane Hörbiger ihre vor fünf Jahren erschienene Autobiografie. «Wir Schauspieler sind verwandt mit dem Weißen Clown. Seine Hingabe an seine Arbeit, sein weihevoller Ernst, seine Poesie rühren uns. Ich muss der Weiße Clown sein. Ich muss ernst nehmen, was ich spiele», schrieb die mit Auszeichnungen wie dem Grimme-Preis Geehrte.

Dabei wollten die berühmten Eltern die Töchter eigentlich von der Schauspielerei fernhalten, ihrer Mutter schwebte für die Mittlere eine Zuckerbäckerlehre vor.

   Was für eine Belastung der Name Hörbiger sein kann, bekam die junge Christiane schnell zu spüren. Die Ausbildung am renommierten Max-Reinhardt-Seminar in Wien nach dem Schulabschluss brach der Schauspielerspross wegen eines Filmangebots nach vier Wochen ab und ging wenig später auch ans Theater. Doch der Vergleich mit den Eltern war für die junge Frau in der Heimat überall präsent, ihr Bühnendebüt als Recha in Lessings «Nathan der Weise» am Wiener Burgtheater fand wenig Wohlwollen bei den Kritikern. Um sich von Mutter und Vater zu emanzipieren, verließ sie Wien und erspielte sich an verschiedenen Theatern wie dem Züricher Schauspielhaus einen Namen als ernstzunehmende Künstlerin.

Doch seit längerem schon zieht es sie nicht mehr auf die Bühne. «Mit dem Theater habe ich abgeschlossen. Ich habe alles gespielt und überhaupt nicht den Ehrgeiz, der erste weibliche King Lear zu sein oder etwas in der Art», sagte sie mal der Zeitschrift «Bunte». Ohne das Theater verspüre sie endlich keine Anspannung mehr, berichtete sie in der österreichischen Tageszeitung «Kurier» - «endlich keine Angst mehr, den Text zu vergessen». Auf den Punkt gebracht, bedeute das: «Ich bin heute ein angstfreier Mensch und übe trotzdem meinen Beruf aus», erzählte Hörbiger, die nach dem Tod ihres zweiten Ehemannes alleinerziehende Mutter war – Sohn Sascha arbeitet inzwischen als Regisseur.

«Ich bin demütig und dankbar dafür, dass es mir so gut geht», sagt Hörbiger heute. «Ich mache jeden Tag meine Turnübungen und gehe mehrmals mit meinem Mops Loriot spazieren. Das hält mich fit», erzählt sie. «Und ich glaube an Gott.» Mit dem Schriftsteller Gerhard Tötschinger ist sie seit 1984 zusammen. Im Familienkreis will sie auch den 75. verbringen – allerdings anders als geplant. «Die Feier wird nicht groß ausfallen», sagt die Jubilarin. «Eigentlich hatte ich mir einen wunderbaren Ort - ein Palais in Wien, wo wir den Film "Die kleine Lady" gedreht haben - für eine große Party ausgesucht, der ist nun allerdings genau dann bereits ausgebucht. Doch den 80. werde ich dort auf jeden Fall feiern.» Vielleicht erfüllt sich bis dahin auch der Traum von Schiffsreise.

Name Beruf Alter Geburtsdatum Geburtstort Land
ASHANTI, amerikanische Sängerin 33 13.10.1980 Glen Cove USA
BENNENT, Anne Schweizer Schauspielerin 50 13.10.1963 Lausanne Schweiz
SAUBER, Peter Schweizer Rennwagen-Konstrukteur 70 13.10.1943 Zürich Schweiz
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