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Boulevard

20. August 2017 | 08:20 Uhr

TV-Tipp : Die Frau in Gold

vom

Helen Mirren spielt eine Frau, die vor das höchste US-Gericht zieht, um ihr Recht zu bekommen. Es geht um ein Porträt von Gustav Klimt und die Frage, wem es gehört. «Die Frau in Gold» erzählt eine wahre Geschichte.

Sein Bild ist inzwischen 110 Jahre alt - und es hat immer wieder von sich reden gemacht: Gustav Klimts «Die Frau in Gold» beschäftigte sogar das höchste US-Gericht.

Lange hing das 1907 entstandene Porträt der Adele Bloch-Bauer im Schloss Belvedere. Und manche verklärten es zur «Mona Lisa Österreichs». Dann verlangte eine von den Nazis vertriebene Jüdin ihr Erbe zurück und klagte sogar gegen den österreichischen Staat. Es ist eine wahre Geschichte. «Die Frau in Gold» war 2015 schon im Kino zu sehen, nun bringt das Erste den Spielfilm (Regie: Simon Curtis) am Mittwoch (12. Juli, 20.15 Uhr) ins Fernsehen.

In der Hauptrolle glänzt Helen Mirren als störrische, auf ihrem Recht bestehende Maria Altmann, die sich von nichts und niemandem einschüchtern lässt. Als ihren Rechtsbeistand engagiert sie den jungen und unerfahrenen Anwalt Randy Schoenberg (Ryan Reynolds). Der ist der Enkel des Wiener Komponisten Arnold Schönberg, interessiert sich für den Fall allerdings nicht, weil es um Kunst geht, sondern vor allem wegen des hohen Streitwerts und des entsprechend hohen Honorars.

Gemeinsam reist das ungleiche Paar nach Wien, in dem Land, das Maria nach ihrer Flucht vor den Nazis nie wieder betreten wollte. Nun will sie es mit dem österreichischen Staat aufnehmen, unterstützt von einem Journalisten (Daniel Brühl). In Rückblenden erzählt der Film von Marias Tante Adele, die von Klimt gemalt wurde, von der Unterdrückung der jüdischen Familie und schließlich der Flucht der jungen Maria. Dabei gerät der Film zu einem spannenden Justiz-Historienthriller mit eindringlichen Momenten aus dem Wien der Nazizeit.

Simon Curtis zeichnet seine Figuren allerdings eher mit grobem Pinsel: Helen Mirren mit hartem deutschen Akzent und stechend dunklen Augen, sprödem Witz und gouvernantenhafter Strenge beweist zwar auch in diesem knapp zweistündigen Epos ihre großartigen Fähigkeiten. Innere Konflikte, den Schmerz der eigenen Geschichte aber stellt sie in erster Linie durch ernste Miene dar - unterstützt von Hans Zimmers streicherlastigen, pompösen Musik-Klängen.

Die Österreicher wirken mit Ausnahme Brühls allesamt unsympathisch und stur. Randy Schoenberg alias Reynolds, der Außenseiter, der es mit einem ganzen Staat aufnimmt, wächst nicht wirklich über sich hinaus. Es geht um Raubkunst und Restitution, um Vergangenheitsbewältigung und Gerechtigkeit. Aber «Die Frau in Gold» bleibt in erster Linie doch eine Mischung aus Justizthriller und Historiendrama - und letztlich eine ziemlich glatte Hochglanz-Hollywood-Produktion.

Die Frau in Gold

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erstellt am 12.Jul.2017 | 00:01 Uhr

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