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Jugendslang in Kopenhagen : Dänen lieben deutsche Worte – aber nur zum Spaß

vom
Aus der Onlineredaktion

Bei unseren dänischen Nachbarn ist Deutsch das neue Englisch: Es dient der Auflockerung – ausgerechnet Deutsch!

shz.de von
erstellt am 26.Jan.2016 | 16:57 Uhr

Kopenhagen | Eine Studie der Kopenhagener Universität zeigt, dass es in Dänemark derzeit angesagt ist, mit deutschen oder deutsch klingenden Begrifflichkeiten um sich zu werfen. „Geil“, „Spitzenklasse“ oder die Vorsilber „über“ zum Beispiel. Wörter, die in Deutschland schon einen etwas veralteten Anklang haben, gehören vor allem in der Hauptstadt Kopenhagen zum guten Ton der Jugend. Die Werbung macht sich das zunutze und verwendet wie nie zuvor deutsche Anspielungen, zeigt die Studie.

„Englisch war in dieser Hinsicht über viele Jahre sehr verbreitet, aber eben weil es jetzt so sehr verbreitet ist, wollte man gerne etwas anderes, das Aufmerksamkeit für den Namen wecken kann“, sagt die wissenschaftliche Assistentin an der Uni Kopenhagen, Lene Vinther Jensen, zu Danmarks Radio.

Der Trend habe schon in den 1990ern in Kopenhagen begonnen und sich inzwischen über das ganze Königreich verbreitet. Doch: Der Trend spiegele in keinster Weise ein wirkliches Interesse, Kenntnis oder gar Liebe zur deutschen Sprache wieder. „Im Gegenteil ist es so, dass die deutschen Namen benutzt werden, um eine gewisse ironische Distanz zu schaffen. Sie sind einfach lustig“, sagt Jensen.

In Nordschleswig, berichtet Danmarks Radio, sei es weitaus weniger angesagt, auf ironische Weise von der deutschen Sprache Gebrauch zu machen. Dies liege daran, meint die Wissenschaftlerin, dass Deutsch hier deutlich gegenwärtiger sei und nicht dieselbe ironische Distanz erzeuge wie etwa in Kopenhagen.

Die Dansk Folkeparti hatte im letzten Jahr erwogen, Anglizismen in der Werbung zum Schutze der dänischen Sprache zu besteuern. Für Deutsch gilt dies bislang nicht.

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