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30. Geburtstag : Cristiano Ronaldo – Licht, Schatten und Millionen

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Entweder man hasst ihn oder man liebt ihn: Cristiano Ronaldo. Der Stürmerstar wird am Donnerstag 30 Jahre alt.

Cristiano Ronaldo dos Santos Aveiros' Geschichte kennt jeder Fußball-Fan. Sie wird ihm quasi aufgedrängt. Der Aufstieg des einstigen Hasenzähnchens zum Weltfußballer, Nationalmannschaftskapitän Portugals und zum Rekordtorschützen lässt das hasenzahnige Original - den „echten“ Ronaldo aus Brasilien - irgendwie blass erscheinen. Schuld sind da auch die Medien, die den Kicker mit dem extrovertierten Freistoßanlauf gerne als Überfußballer darstellen. Vielleicht zurecht. Zum 30. Geburtstag müsste die Standardfrage kommen: „Cristiano, denkst du schon über das Ende deiner Karriere nach?“ Wir wissen es nicht. Fest steht nur: Mit 30 war Uli Hoeneß, ebenfalls Flügelflitzer, bereits drei Jahre Manager bei den Bayern.

Christiano Ronald in seiner Freistoß-Position.
Christiano Ronald in seiner Freistoß-Position. Foto: Imago/Cordon Press/Miguelez Sports

Cristiano Ronaldo wurde am 5. Februar 1985 in Funchal Portugal geboren, war der Sohn eines notorischen Trinkers und nicht immer so teuer wie heute. „Er ist der beste Spieler, den die Welt je gesehen hat. Man kann ihn nicht mit anderen vergleichen. Wenn sich Real aus irgendeinem Grund dazu entscheiden würde, ihn für 300 Millionen Pfund zu verkaufen, würde das jemand bezahlen“, sagt Berater Jorge Mendes. Ronaldos Vertrag laufe noch bis 2018, seine Ausstiegsklausel liege bei einer Milliarde Euro. Für Mendes steht fest, dass Ronaldo seine Karriere bei Real Madrid beendet. Schön, dass es überall ein Recht auf die freie Wahl des Arbeitsplatzes gibt. Im Fußball ist es nicht so. Der schöne Cristiano kann einem also fast leid tun. So talentiert und doch Ketten am Fuß.

Christiano Ronaldo bei Sporting Lissabon zu Beginn seiner Karriere.
Christiano Ronaldo bei Sporting Lissabon zu Beginn seiner Karriere. Foto: Imago/VI Images

Seine ersten Gehversuche machte der Portugiese bereits im Alter von drei Jahren. Nur eine Herz-Operation machte seine Karriere möglich. Herzrhythmusstörungen bedeuteten beinahe das Aus. Größere Bekanntheit erlangte der Stürmer dann bei Sporting Lissabon und später bei Manchester United, wo er in 196 Spielen 84 Tore machte. 2009 wurde er für die Rekordablöse von knapp 94 Millionen Euro an Real Madrid verkauft. Sepp Blatter rechtfertigte diese enorme Summe damals mit dem Argument, dass man das bei einem „Picasso des Fußballs“ die paar Kröten schon ausgeben könne.

Mittlerweile ist der Superstar auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Mit 30 Jahren fängt das Ende langsam an, sofern er nicht noch auf die Torhüterposition umsattelt. Schneller wird der Stürmerstar nicht mehr. Der Weltfußballer des Jahres 2008, 2013 und 2014 ist ohne Zweifel begnadet. Beidfüßig gut, schnell, kann hoch springen und ist sogar kopfballstark. Stark ist er aber auch im Fallen. Das stellt er immer wieder unter Beweis und wurde dafür während seiner Zeit in England stark kritisiert.

Ebenfalls ist Cristiano Ronaldo ein temperamentvoller Spieler. Auf Youtube gibt es neben den schönsten Freistoßtoren auch Videos, die seine geringe Frustrationstoleranz beweisen.

Oftmals wird er als arrogant, überheblich und eingebildet bezeichnet. Als ein Schönling mit genau einem Talent. Doch dem Mann mit der Rückennummer 7 folgen über 106 Millionen Fans bei Facebook. Größer ist nur noch sein Vermögen, das auf 209 Millionen Euro geschätzt wird. 17 Millionen bekommt er von Real Madrid, der Rest der 65 Millionen Jahresgehalt kommt durch Werbeverträge, unter anderem durch Nike, Samsung, Coca Cola, Armani, Pepe Jeans, Electronic Arts und und und zustande.

Der „Picasso des Fußballs“ hat professionelle Hand an seinen Körper anlegen lassen.
Der „Picasso des Fußballs“ hat professionelle Hand an seinen Körper anlegen lassen. Foto: Screenshot/Facebook

Rechnet man allein das Spielergehalt durch, ergibt sich ein ansehnlicher Stundenlohn von 2982 Euro pro Stunde. In jeder Minute, in der der bald 30-Jährige seine geraden Zähne bewundert, eine seiner 19 Edelkarossen fährt, in der Sonne liegt oder seine Augenbrauen zupft, verdient er 47,72 Euro. Da kann man den Lamborghini Aventador, den McLaren MP4-12C Spider oder Bugatti Veyron auch mal mit Vollgas fahren, Geld für Sprit kommt ja minütlich rein.

Schwarzer Stier: Christiano Ronaldo und sein Lamborghini.
Schwarzer Stier: Christiano Ronaldo und sein Lamborghini. Foto: Imago/GlobalImagens
 

Natürlich ist Ronaldo aber auch einer der Guten und spendet für wohltätige Zwecke. So versteigerte er 2012 den „Goldenen Schuh“ und spendete den Erlös von 1,5 Millionen Euro an Hilfsprojekte für palästinensische Schulen in Gaza. Seit Januar 2013 ist er auch globaler Botschafter der Kinderrechtsorganisation „Save the Children“. Er rettete einmal einem zehn Monate alten Baby das Leben, indem er eine notwendige Operation bezahlte. Die Eltern konnten die 70.000 Euro nicht aufwenden. Ronaldo kommt selbst aus einem armen Elternhaus und fasst sich ab und an ein Herz, wenn er sich an seine Wurzeln erinnert. Außerdem spendete er einmal 6,5 Millionen Euro für die Opfer der Flutkatastrophe auf dem Balkan. Für den Champions-League-Sieg 2014 gab es von Real 925.000 Euro Siegprämie. Das Geld schenkte Ronaldo den Physiotherapeuten der Mannschaft, die ihn für das Finale fit machten.

Bei einem Vermögen von 209 Millionen Euro kann man also auch großzügig sein. Der kleine Cristiano Ronaldo dos Santos Aveiros jr. kann sich ziemlich sicher sein, dass sein Lebensunterhalt gesichert ist. Egal wie viel Papa noch spendet oder was er sich in diesem Jahr zum runden Geburtstag schenkt.

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erstellt am 05.Feb.2015 | 06:00 Uhr

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