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Neuer Rocky-Balboa-Film im Kino : „Creed“: Silvester Stallone ist jetzt Trainer

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach sechs „Rocky“-Filmen kommt nun ein spezieller Ableger der Serie in die Kinos: Sylvester Stallone tritt erneut als Rocky Balboa an; die Hauptrolle des jungen Boxers aber hat Michael B. Jordan übernommen.

Vier Jahrzehnte sind bereits vergangen, seit 1976 der erste Teil einer der legendärsten Film-Sagas in den Vereinigten Staaten in die Kinos kam: Mit „Rocky“ startete eine Reihe, die längst nicht nur zu den Klassikern des Box-Films gehört, sondern auch wie kaum ein zweiter Film gleichsam exemplarisch die Geschichte eines Underdogs erzählt, der sich seinen Weg nach oben erkämpft. Auf „Rocky“ folgten fünf Sequels; zuletzt „Rocky Balboa“ (2007).

In den USA ist der Film bereits seit November in den Kinos - und hat sehr gute Kritiken bekommen. Kinostart in Deutschland ist am 14. Januar.

Darum geht es im neuen Film

Diesmal steigt Stallone nicht selbst als Boxer, sondern als Trainer eines jungen, vom Newcomer Michael B. Jordan verkörperten Talents in den Ring. Erstmals zeichnet Stallone zudem nicht fürs Drehbuch verantwortlich. Die Regie kommt von US-Regisseur Ryan Coogler, der bisher mit „Fruitvale Station“ erst einen Langfilm veröffentlicht hat.

Adonis Johnson, Hauptfigur des Films, hat seinen berühmten Vater, den Boxer Apollo Creed, nie kennengelernt. Der starb bei einem Kampf im Ring (zu sehen in „Rocky 4“). Adonis aber hat von seinem Dad einiges an Talent mitbekommen. Zu Beginn des Films gibt er den Job bei einem Finanzunternehmen auf, um sich dem Boxen zu widmen.

Johnson reist nach Philadelphia, um sich von Rocky, dem einstigen Gegner und späteren Freund seines Vaters, zu einem Fighter ausbilden zu lassen. Balboa hat mit dem Boxsport abgeschlossen und weigert sich zunächst, dem jungen Kämpfer zu helfen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Vater-Sohn-Beziehung. Schließlich wird Rocky doch zu seinem Trainer. Einer steilen Karriere des immer besser boxenden Adonis steht nichts mehr im Weg, da erkrankt Rocky an Krebs. Einer Chemotherapie aber möchte sich der vormalige Starboxer, der schon seine Frau an die Krankheit verloren hat, nicht unterziehen.

Erinnerungen an alte Filme werden wach

Für Fans der „Rocky“-Filme hält „Creed“ einige schöne Reminiszenzen parat. Da sind, kurz, schwarze Chucks zu sehen, so wie sie Balboa im ersten Teil von 1976 trug; der gealterte Rocky trägt sie freilich nicht mehr zum Joggen. Da ist die immer noch recht bescheidene Wohnung Balboas, zu dessen Interieur wie damals eine Schildkröte gehört, da ist der kleine Ball, den Balboa so gern mit sich führt.

Viele dieser Erinnerungen kommen ganz unaufdringlich daher, hier beweist Regisseur Coogler sein Talent. Auch die längst in die Filmgeschichte eingegangene Treppe zu Füßen des Philadelphia Museum of Art (auch bekannt als „Rocky Steps“) kommt wieder zu Ehren. Bei all diesen Anspielungen muss man dem Regisseur zugutehalten, dass es nie zu pathetisch wird. Selbst die Erkrankung Balboas spielt mehr am Rande eine Rolle. Was nicht zuletzt dem altersweisen und trockenen Humor Balboas, respektive Stallones, zu verdanken ist.

Im Juli wird Sylvester Stallone 70 Jahre alt. Man sieht dem Schauspieler, der von der Kritik ob seiner darstellerischen Fähigkeiten nicht immer gänzlich ernst genommen wurde, jedes dieser Jahre an. Wenigen Darstellern allerdings ist ein derart entspannter und selbstironischer Umgang mit der eigenen Hinfälligkeit gegeben.

Auch dem Film kommt das sehr zugute – Balboa trägt zwar die ihm seit jeher eigene Aura von Melancholie mit sich herum, larmoyant oder gar weinerlich aber ist er zu keiner Zeit. Es ist erstaunlich, mit welch großer Selbstverständlichkeit Coogler (29) mit einer von so vielen verehrten Reihe wie „Rocky“ umgeht. Ein stets zwar respektvoller, aber doch auch erfrischender Umgang mit einer in die Jahre gekommenen Legende.

Der sehr gelungene „Creed“ wird wohl keinen Oscar holen in der Kategorie „Bester Film“ (dafür hat der Jahrgang zu viele starke Filme), Stallone aber kann sich allem Anschein nach durchaus Chancen ausrechnen in der Nebendarsteller-Kategorie. Verdient hätte der Haudegen die Auszeichnung ob seiner so lässigen wie anrührenden Performance.

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