Ende für Hammond, May und Clarkson : BBC: Neues Top-Gear-Team steht offenbar fest

Das ehemalige Top-Gear-Team: Richard Hammond, Jeremy Clarkson und James May.
Das ehemalige Top-Gear-Team: Richard Hammond, Jeremy Clarkson und James May. (v.l.)

Nachdem Jeremy Clarksons Co-Moderatoren James May und Richard Hammond nicht ohne ihren Kollegen weiter machen wollen, verhandelt die BBC mit potentiellen Nachfolgern für das Kult-Automagazin.

shz.de von
05. Mai 2015, 13:50 Uhr

Neue Töne bei der BBC. Nach der Suspendierung des ehemaligen Top-Gear-Moderators Jeremy Clarkson sagt Kim Shillinglaw, die mit der Suche nach einem Ersatz für den Kult-Moderator beauftragt ist, dass Clarkson nicht rausgeschmissen wurde. „Es ist ernst und unglücklich, was da passiert ist, aber es gibt keinen Rauswurf, der Jeremy untersagt weiter bei der BBC zu sein.“ Der Vorfall sei eine große Sache und wie jeder brauche auch Clarkson Zeit, das zu verarbeiten.

Jeremy Clarkson war der schillernde Moderator der britischen Automobil-Kultsendung „Top Gear“. Sein Vertrag wurde nach einer internen Untersuchung durch die BBC nicht verlängert. Clarkson war Anfang März suspendiert worden, weil er mit dem Produzenten Oisin Tymon in Streit geraten war und gegen den Mann sogar handgreiflich geworden sein soll. Mehr als eine Million Unterschriften wurden von Fans gesammelt, die den Moderator zurück haben wollten. „Top Gear“ ist eins der weltweit erfolgreichsten Automagazine im Fernsehen. Zusammen mit seinen Co-Moderatoren James May und Richard Hammond moderierte Clarkson seit 2002 die Sendung für die BBC. 167 Folgen wurden in 21 Staffeln ausgestrahlt. In Großbritannien ist die Serie ein Dauerbrenner. Die Sendung läuft im deutschen Fernsehen bei RTL Nitro, DMAX und n-tv. Weltweit hat sie bis zu 350 Millionen Fans, darunter fünf Millionen im Heimatland Großbritannien.

Shillinglaw sagt, es bleibe offen, wer den 55-Jährigen künftig ersetzt. „Top Gear neu und ohne Clarkson zu erfinden ist aufregend“. Die BBC-Chefin bestätigte allerdings, dass die letzten Episoden der Staffel doch noch im Fernsehen gezeigt werden. Es gebe allerdings nicht genug Material um ganze Folgen zusammenzustellen. 

Unschöne Reaktionen gab es auf die zunächst gehandelten Nachfolger Sue Perkins, Dermot O' Leary und Jodie Kidd. Auf Perkins Twitterprofil sammelten sich zahlreiche Beiträge, in denen der Moderatorin von BBC One der Tod gewünscht wurde oder Clarkson-Fans sie etwa verbrennen sehen wollten. James May, Co-Moderator bei Top Gear schlug den Verfassern der Tweets vor, sich den Gefallen zu tun und sich umzubringen.

<center><blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p lang="en" dir="ltr">This morning, someone suggested they&#39;d like to see me burn to death.</p>&mdash; Sue Perkins (@sueperkins) <a href="https://twitter.com/sueperkins/status/587926023167172608">14. April 2015</a></blockquote></center>

<center><blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p lang="en" dir="ltr">If you&#39;re one of the people sending death threats to <a href="https://twitter.com/sueperkins">@sueperkins</a> could you please do the world a much bigger favour by killing yourself.</p>&mdash; James May (@MrJamesMay) <a href="https://twitter.com/MrJamesMay/status/588291891667542016">15. April 2015</a></blockquote></center>

Später entschuldigte sich May für die Wortwahl, äußerte sich aber mit dem Wunsch, dass man solche Menschen nicht als Fans begrüßen würde.

<center><blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p lang="en" dir="ltr">Obviously I don&#39;t actually want people to kill themselves but, really, we don&#39;t want them as fans.</p>&mdash; James May (@MrJamesMay) <a href="https://twitter.com/MrJamesMay/status/588293925867225088">15. April 2015</a></blockquote></center>

Unterdessen gab James May bekannt, dass er bei der BBC bleibt. Zugleich schloss er aber aus, dass er ohne Jeremy Clarkson zu Top Gear zurückkehre. „Ich, Hammond mit einem Clarkson-Ersatz funktioniert nicht. Es müssen wir drei sein“, sagte der der britischen Zeitung Guardian. Alles andere sei langweilig. May war seit 1999 Moderator der Sendung. Hammond und May schlossen bereits früh aus, dass sie ohne Clarkson weiter Top Gear moderieren würden.

<center><blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p lang="en" dir="ltr">To be clear amidst all this talk of us &#39;quitting&#39; or not: there&#39;s nothing for me to &#39;quit&#39;. Not about to quit my mates anyway.</p>&mdash; Richard Hammond (@RichardHammond) <a href="https://twitter.com/RichardHammond/status/591573451397328896">24. April 2015</a></blockquote></center>

May betonte, dass die BBC die Tür für eine Rückkehr von Jeremy Clarkson noch nicht vollständig geschlossen habe. „Sie haben ihn nicht rausgeworfen oder gefeuert, sondern lediglich für den Moment seinen Vertrag nicht erneuert“. Das sei ein kleines Detail, aber ein wichtiges. Eventuell gäbe es für die drei eine Zukunft mit einem ähnlichen Format, sagte May. Es gibt entsprechende Gerüchte über eine neue Show. Auch mit der BBC würde noch über die Zukunft von Hammond und May verhandelt, heißt es in einem Bericht der Zeitung „The Guardian“. Dennoch bestreitet das Trio, es gebe konkrete Pläne über eine Zukunft.

Mittlerweile soll sich nach Berichten der „Sunday Express“ nämlich ein neues Top-Gear-Team gefunden haben. In finalen Gesprächen mit der BBC sollen sich Schauspieler Philip Glenister, Model und Moderatorin der „The Classic Car Show“ Jodie Kidd sowie Rennfahrer Guy Martin befinden. Frühestens im Jahr 2016 wird aber wohl endgültig bekannt, wer Hammond, May und Clarkson beerben wird. Dann soll die erste Folge mit den Nachfolgern über den Bildschirm flimmern.

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