Oscars 2018 : „Aus dem Nichts“ von Fatih Akin nicht im Oscar-Rennen

Schon eine Oscar-Nominierung gilt als besondere Ehre.
Foto:
Schon eine Oscar-Nominierung gilt als besondere Ehre.

Der NSU-Thriller hat es nicht in die Endrunde geschafft. Die Lübeckerin Katja Benrath hat Chancen mit einem Kurzfilm.

von
23. Januar 2018, 15:45 Uhr

Los Angeles | Der deutsche Film „Aus dem Nichts“ hat es nicht in die Oscar-Endrunde geschafft. Der NSU-Thriller von Regisseur Fatih Akin war zunächst einer von neun Anwärtern in der Sparte „nicht-englischsprachiger Film“. Das gab die Oscar-Akademie am Dienstag bekannt. Nominiert wurden die Filme „A Fantastic Woman“ (Chile), „The Insult“ (Libanon), „The Square“ (Schweden), „Loveless“ (Russland) und „On Body And Soul“ (Ungarn).

Zuletzt holte der Stasi-Film „Das Leben der Anderen“ von Florian Henckel von Donnersmarck 2007 die Trophäe nach Deutschland. Die 90. Oscars werden am 4. März in Hollywood verliehen.

Im vorigen Jahr war der deutsche Film „Toni Erdmann“ von Maren Ade im Oscar-Rennen, ging bei der Preis-Gala aber leer aus. Bei der Golden-Globe-Verleihung Anfang Januar hatte „Aus dem Nichts“ mit Hauptdarstellerin Diane Kruger den Preis als bester fremdsprachiger Film gewonnen.

„Aus dem Nichts“ erzählt von einer Frau, die bei einem Bombenanschlag in Hamburg ihren türkischen Ehemann und den gemeinsamen Sohn verliert. Wenig später wird ein Neo-Nazi-Paar verhaftet und angeklagt. Der Prozess zieht sich. Katja sinnt auf Rache.

Chancen auf den Oscar hat hingegen Regisseurin und Schauspielerin Katja Benrath. Sie ist mit ihrem Kurzspielfilm „Watu Wote/All Of Us“ nominiert worden. Die Lübeckerin schaffte es mit vier Mitbewerbern in die Sparte „Live-Action-Kurzfilm“. Im vorigen Herbst hatte Benrath mit ihrem Abschlussfilm von der Hamburg Media School bereits den goldenen Studenten-Oscar gewonnen.

Der in Kenia gedrehte knapp halbstündige Film beruht auf einer wahren Geschichte: Bei einem Angriff der radikal-islamischen Terrormiliz Al-Shabaab im Jahr 2015 auf einen Bus an der Grenze zwischen Kenia und Somalia hatten sich Muslime schützend vor Christen gestellt.

Die Nominierungen in den wichtigsten Kategorien:

Bester Film

Verspielt, bildgewaltig und berührend: „Shape of Water“ erzählt von einer Putzfrau (Sally Hawkins), die in einem Forschungslabor ein eingefangenes Wasserwesen (Doug Jones) kennen und lieben lernt.
Foto: -
Verspielt, bildgewaltig und berührend: „Shape of Water“ erzählt von einer Putzfrau (Sally Hawkins), die in einem Forschungslabor ein eingefangenes Wasserwesen (Doug Jones) kennen und lieben lernt.
 

Die Filme

  • „Shape of Water“
  • „Dunkirk“
  • „Lady Bird“
  • „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“
  • „Darkest Hour“
  • „Get Out“
  • „The Post“
  • „Phantom Thread“
  • „Call Me By Your Name“

gehen ins Rennen um den Oscar als bester Film. Die Werke gehören zu den insgesamt neun Anwärtern für den wichtigsten Filmpreis der Welt. „Shape of Water“ gilt mit 13 Nominierungen als großer Favorit. Das Drama des mexikanischen Regisseurs Guillermo del Toro hat unter anderem Chancen auf Auszeichnungen in den Kategorien als bester Film, für die beste Regie und die beste Hauptdarstellerin.

Beste Hauptdarsteller

Gary Oldman verkörpert glaubhaft den britischen Premierminister Winston Churchill.
Foto: Jack English/Universal Pictures International
Gary Oldman verkörpert glaubhaft den britischen Premierminister Winston Churchill.
 

Gary Oldman und Timothée Chalamet gehören zu den fünf Nominierten für den Oscar als bester Hauptdarsteller. Oldman wurde für seinen Auftritt als Winston Churchill in „Churchill – Die dunkelste Stunde“ aufgestellt, Chalamet für seine Rolle in dem Liebesfilm „Call Me By Your Name“.

Ebenfalls nominiert:

  • Daniel Day-Lewis (Phantom Thread)
  • Daniel Kaluuya (Get Out)
  • Denzel Washington (Roman J. Israel, Esq.)

Frances McDormand und Sally Hawkins sind unter den fünf Nominierten für den Oscar als beste Hauptdarstellerin. McDormand wurde für ihre Rolle in der Tragikomödie „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ genannt, Hawkins für das Fantasy-Märchen „Shape of Water – Das Flüstern des Wassers“.

  • Margot Robbie (I, Tonya)
  • Saoirse Ronan (Lady Bird)
  • Meryl Streep (The Post)

Beste Nebendarsteller

Allison Janney hat Chancen auf einen Oscar.
Foto: Vince Bucci/Invision
Allison Janney hat Chancen auf einen Oscar.
 

Allison Janney und Laurie Metcalf haben Chancen auf den Oscar als beste Nebendarstellerin. Sie gehören zu den fünf Nominierten in dieser Kategorie. Janney wurde für ihre Mutter-Rolle in der Tragikomödie „I, Tonya“ nominiert, Metcalf für „Lady Bird“.

  • Mary J. Blige (Mudbound)
  • Lesley Manville (Phantom Thread)
  • Octavia Spencer (The Shape of Water)

Sam Rockwell und Willem Dafoe gehören zu den fünf Nominierten für den Oscar als bester Nebendarsteller. Rockwell wurde für seine Polizisten-Rolle in „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ genannt, Dafoe für den Independent-Film „The Florida Project“. Das teilte die Oscar-Akademie am Dienstag mit.

  • Woody Harrelson (Three Billboards outside Ebbing, Missouri)
  • Richard Jenkins (The Shape of Water)
  • Christopher Plummer (All the Money in the World)

Beste Regie

Warner Bros.
Foto: Handout/Warner Bros.
Harry Styles, Aneurin Barnard und Fionn Whitehead (v.li.) in einer Szene von „Dunkirk“. Warner Bros.
 

Die Regisseure Guillermo del Toro („Shape of Water – Das Flüstern des Wassers“), Christopher Nolan („Dunkirk“) und Greta Gerwig („Lady Bird“) haben Chancen auf den Oscar für die beste Regie. Sie gehören zu den fünf Nominierten in dieser Kategorie. 

  • Joradan Peele (Get Out)
  • Paul Thomas Anderson (Phantom Thread)

Beste Filmmusik

Christopher Nolans Kriegsfilm „Dunkirk“ kommt fast ohne Worte aus. Die „Leerstellen“ füllte Hans Zimmer mit ganz viel Musik.
Foto: Sebastian Willnow
Christopher Nolans Kriegsfilm „Dunkirk“ kommt fast ohne Worte aus. Die „Leerstellen“ füllte Hans Zimmer mit ganz viel Musik.
 

Star-Komponist Hans Zimmer könnte eine weitere Oscar-Trophäe gewinnen. Der gebürtige Frankfurter holte am Dienstag mit der Filmmusik für Christopher Nolans Kriegsdrama „Dunkirk“ seine elfte Nominierung. Zuletzt war er 2015 für die Vertonung von Nolans Science-Fiction-Film „Interstellar“ nominiert gewesen. Für „Der König der Löwen“ nahm Zimmer 1995 den Oscar entgegen.

  • Jonny Greenwood (Phantom Thread)
  • Alexandre Desplat (The Shape of Water)
  • John Williams (Star Wars: The Last Jedi)
  • Carter Burwell (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri)
zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen