Spenden statt Party : Absagen bei Berliner Fashion Week

Stargast in Berlin: Topmodel Bar Refaeli.
Stargast in Berlin: Topmodel Bar Refaeli.

Mode ohne Glamour? Nicht nur die Absage von Designer Michalsky dünnt das Programm der Berliner Fashion Week aus.

shz.de von
16. Januar 2015, 11:40 Uhr

Berlin | Zwei Sausen bei der Berliner Fashion Week fallen aus. Die Leitmesse für alltagstaugliche Straßenmode „Bread & Butter“ hat Insolvenz angemeldet. Und Designer Michael Michalsky will lieber für die Ebola-Hilfe spenden, als das Geld in eine große Show zu stecken. Wird die Modewoche vom 19. bis 22. Januar nun langweilig? Wohl nicht. Zumindest wird es wieder viele Events und viele Menschen in durchkuratierter Garderobe in der Stadt geben.

Wer kommt?

Die Fashion Week zieht mit ihrem Zelt und den Laufstegschauen zurück ans Brandenburger Tor. Im Sommer musste sie wegen der Fußball-WM in eine Eislaufhalle im nicht sonderlich glamourösen Stadtteil Wedding ausweichen. Den Auftakt bestreitet diesmal das US-Label Charlotte Ronson.

Sneak peek at I❤️RONSON #spring2015 lookbook #JCPStyle @jcpenney #iheartronson #charlotteronson

Ein von Charlotte Ronson (@charlotteronson) gepostetes Foto am

Außerdem kommen Stammgäste wie Guido Maria Kretschmer, Lena Hoschek, Kilian Kerner, Kaviar Gauche, Anja Gockel und Dorothee Schumacher.

Über die ganze Stadt verteilen sich nach offiziellen Angaben mehr als zwölf Messen und 100 Schauen sowie rund 3000 Marken und 200.000 Besucher.

Die Absage der „Bread & Butter“ sei bedauerlich, aber sie sei gut aufgefangen, sagt die Senatsverwaltung für Wirtschaft. Die Messen Panorama und Premium haben jeweils 80 Aussteller mehr als sonst. Berlin ist „größter Modemessenstandort Europas“ (O-Ton Senatorin Cornelia Yzer).

Bread-&-Butter-Chef Karl-Heinz Müller versucht es bescheiden: Er lädt nun ins Firmenhaus ein. 40 Kollektionen sind bei der „Guerilla Tradeshow“ dabei. „Das Höhenfeuerwerk fällt diesmal aus“, spottete der „Tagesspiegel“. Denn: Die von Ex-Regierungschef Klaus Wowereit geförderte Streetwear-Messe auf dem alten Flughafen Tempelhof war neben dem Geschäft immer ein Spektakel.

Die Modemesse „Bread & Butter“ ist trotz Alltagsmode für Spektakel bekannt. Foto: dpa
Foto: dpa
Die Modemesse „Bread & Butter“ ist trotz Alltagsmode für Spektakel bekannt. Foto: dpa

Die Trends

„Richtig kombiniert geht alles, der Trend bleibt“, heißt es beim Duo Kaviar Gauche. „High Heels bekommen wieder eine Chance.“ Die nüchternen Zeiten sind im kommenden Winter vorbei. Es geht wieder Richtung Glanz, Sinnlichkeit und Weiblichkeit. Designerin Aleks Kurkowski plädiert dafür, „kommerzielle Daunenjacken und Mäntel“ im Schrank zu lassen. Thomas Hanisch hält nichts vom Secondhand-Stil mit „Oma-und-Opa-Teilen“, aber mag den eleganten Look der 20er Jahre.

Sebastian Schettler vom Label Zukker aus Halle (Saale) sagt: „Es bleibt sportlich.“ Bei Zukker dominieren nächsten Winter klare Konturen aus festen Wollstoffen und farblichen Akzenten in Gelb. Was geht nicht? „Wie schon diese Saison - und die davor - und die davor: weiße Stiefel.“

Designerin Esther Perbandt pfeift bei ihrer Unisex-Kollektion auf aktuelle Trends. Bei ihrer eigenen Garderobe auch: „Ich trage seit sieben Jahren nur Schwarz.“

Starfotograf Mario Testino kommt zur Konferenz „Mode & Stil“, veranstaltet vom „Zeitmagazin“. Der „Vogue Salon“ stellt wieder Nachwuchsdesigner vor. Beim „Berliner Mode Salon“ zeigen 18 Modeschöpfer eine Gruppenausstellung. Promi-Friseur Udo Walz stellt eine Kamm- und Bürstenkollektion vor.

Ein Laufsteg wird auch in Brandenburg stehen: „Potsdam Now“ will mit 14 Schauen im Modezirkus mitmischen. Fachkundiges Publikum gäbe es in Berlins Nachbarstadt: Dort wohnt Wolfgang Joop.

(mit dpa)

Mode-Blogger

Die Modeblogger Dandy Diary feiern eine 70er-Jahre-Party. Für Blogger gibt es eine eigene Preisverleihung: Am 20. Januar werden die „besten digitalen Einflussnehmer der Modeindustrie“ gekürt. Dazu sind Model Bar Refaeli, Moderatorin Sylvie Meis und Blogger Bryanboy angekündigt.

#conservative but #sexy

Une photo publiée par Bar Refaeli (@barrefaeli) le

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen