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Unfälle : Blitz-Marathon: 15 000 Polizisten und tausende Kontrollen bundesweit

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Autofahrer aufgepasst! Am Donnerstag gehen beim bundesweiten Blitz-Marathon an mehr als 8700 Stellen fast 15 000 Polizisten in Stellung. Mit Radar- und Lasergeräten machen sie 24 Stunden lang Jagd auf Temposünder.

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2013 | 15:53 Uhr

Die Innenministerkonferenz hatte die bundesweite Aktion im Mai beschlossen. Alle 16 Länder und Stadtstaaten beteiligen sich, wie das NRW-Innenministerium am Mittwoch in Düsseldorf sagte. Die Idee stammt aus NRW, wo bereits viermal landesweit kontrolliert wurde.

Am Donnerstagmorgen um 6.00 Uhr gehen die Beamten in Position. Am Freitagmorgen um 06.00 Uhr sollen die letzten Posten geräumt werden. Zum Konzept gehört, die Kontrollstellen vorab zu veröffentlichen. Es gehe nicht darum, möglichst viele Autofahrer zur Kasse zu bitten, sondern ihr Verhalten nachhaltig zu ändern, erklärte das Ministerium. Entsprechend wurden in NRW bei den bisherigen Blitz-Marathons nur etwa halb so viele Autofahrer erwischt wie bei normalen Tempokontrollen ohne Vorankündigung.

Inzwischen habe sich der 24-Stunden-Blitz-Marathon zum internationalen Exportschlager entwickelt, heißt es. Im Kampf gegen zu schnelles Fahren gehe die Polizei jetzt auch in Finnland, Portugal, Polen, Irland, Niederlande, Luxemburg und Australien mit Großeinsätzen nach nordrhein-westfälischem Muster gegen Raser vor. Die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten in NRW sei seit 2012 überdurchschnittlich stark gesunken.

Auch der Automobilclub ADAC hält die Aktion für sinnvoll. Sie sei ein Mosaiksteinchen, um die Zahl von Unfällen und Verkehrstoten - 2012 waren es 3600 - weiter zu verringern. Wichtig sei aber ebenso das direkte Gespräch mit den Geblitzten: «Der Verkehrsteilnehmer sollte direkt nach dem Verstoß angehalten und informiert werden. Dadurch wird der erzieherische Effekt größer», sagte Sprecher Andreas Hölzel.

Scharfe Kritik kam dagegen aus der hessischen Landespolitik: «Dies ist Volkserziehergehabe, wie es in autoritären Staaten üblich sein mag», schimpfte Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) am Mittwoch in Wiesbaden. Er sprach von einem «martialischen Auftritt der Innenminister», der wegen der stark gesunkenen Zahl der Verkehrstoten völlig unverhältnismäßig sei.

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