Noch vor Photobomb und Selfie : Blackfacing ist Anglizismus des Jahres 2014

Blackfacing ist „Anglizismus des Jahres 2014“.
Blackfacing ist „Anglizismus des Jahres 2014“.

Die Aktion „Anglizismus des Jahres“ hebt Wörter hervor, die aus dem Englischen ins Deutsche übernommen wurden.

shz.de von
27. Januar 2015, 13:48 Uhr

Anglizismen sind Wörter aus der englischen Sprache, die in eine andere Sprache eingeflossen sind und übernommen wurden. Dass es auch im Deutschen immer mehr Wörter gibt, die im Ganzen oder in Teilen aus dem englischen Sprachraum stammen, geht an keinem spurlos vorbei. Auch nicht an Anatol Stefanowitsch, der 2010 die Aktion „Anglizismus des Jahres“ ins Leben gerufen hat und Vorsitzender der Jury ist.

Gemeinsam mit anderen Jurymitgliedern kürt der Professor für englische Sprachwissenschaft an der Freien Universität Berlin aus einer Auswahl von Anglizismen den Sieger.

Zum „Anglizismus des Jahres 2014“ wurde „Blackfacing“ gekürt. Blackfacing steht für das schwarze Einfärben von weißen Gesichtern. Bereits 2012 wurde das Wort nominiert, schaffte es damals aber nicht zum Anglizismus des Jahres. Die Praxis des Wortes gilt weiterhin als rassistisch und wurde bereits in früheren Zeiten beim Theater genutzt. Mit dem Schminken nahm man dunkelhäutigen die Möglichkeit, sich selber und ihre Geschichte darzustellen. Dass das Wort zum Anglizismus 2014 gekürt wurde, liegt daran, dass das Wort 2014 vermehrt in den Sprachgebrauch der Öffentlichkeit gekommen ist

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Weitere Anglizismen standen zur Auswahl:

Platz 2: Big Data:

Der Begriff beschreibt eine Daten-Menge die zu groß oder zu komplex ist, um sie auswerten zu können.

Platz 3: Selfie:

Unter Selfies versteht man eine Art Selbstporträt, welches auf Armeslänge und meist mit dem Smartphone geschossen wird.

Sexting:

Sexting setzt sich aus den Worten „Sex“ und „texting“ zusammen. Im übertragenen Sinne handelt es sich hierbei um „dirtytalk“ (schmutzige Gespräche). Im Deutschen wird es vor allem für das Versenden von erotischen Bildern per Smartphone oder Internet verwendet.

Emoji:

Emojis sind kleine Bildschriftzeichen. Diese Ideogramme, die keine abstrakten Zeichen sind, sondern stilisierte Bilder, werden hauptsächlich in SMS oder Chats verwendet.

Photobomb:

Eine Photobombe entsteht, wenn sich eine Person oder ein Gegenstand beim Fotografieren freiwillig oder unfreiwillig in den Vordergrund drängelt, beziehungsweise die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich zieht.

Phablet:

Phablet setzt sich aus Phone und Tablet zusammen und beschreibt ein besonders großes und internetfähiges Mobiltelefon.

Smartwatch:

Smartwatch ist die Bezeichnung für eine Armbanduhr, die neben der Uhrzeit noch diverse andere Funktionen hat, wie zum Beispiel Internetzugriff. Smartwatch steht für „Schlaue Uhr“.

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Neben dem neu gewählten Wort „Blackfacing“ waren bereits vier weitere Worte auf dem Siegertreppchen:

2010 – leaken:

Leak bedeutet im Englischen das Leck oder undichte Stelle. Im deutschen bezeichnet „leaken“ das öffentliche Zugänglichmachen von vertraulichen Informationen. So kann man den Begriff, mit dem Veröffentlichen von Daten nach einem Hack-Angriff, in Zusammenhang setzen. Zum Beispiel: Sony-Hacker leaken das Drehbuch zum neuen James Bond.

2011 – Shitstorm

Wenn man „Shitstorm“ Wörtlich ins deutsche übersetzt, erhält man „Scheißsturm“. Im Duden wird „Shitstorm“ wie folgt definiert: „Sturm der Entrüstung in einem Kommunikationsmedium des Internets, der zum Teil mit beleidigenden Äußerungen einhergeht“. Der Begriff bezieht sich vor allem auf Blogeinträge, oder Kommentare, die statt sachlich zu diskutieren, aggressiv, beleidigend und bedrohend geführt werden.

2012 - Crowdfunding

Direkt ins deutsche übersetzt bedeutet „Crowdfunding“ Massenfinanzierung. Im deutschen Sprachgebrauch wird es als eine Art der Finanzierung bezeichnet. Hierbei werden Projekte von oftmals privaten Personen mit Hilfe von anderen privaten Personen finanziert.

2013 – Nachsilbe „-gate“

Die Nachsilbe „-gate“ wurde das erste Mal 1972 in Bezug der „Watergate“ (-Affäre) benannt. Im Englischen machte sich die Nachsilbe im Bezug von Skandalen aller Art schnell selbstständig. Als Beispiel wurden Begriffe wie „Handy-Gate“, die Affäre des abgehörten Handys von Angela Merkel und „Mops-Gate“ die verschwundene Hundestatur von einem Denkmal für Loriot dargestellt. „Brüderle-Gate“, „Eierlikörgate“, „Handtaschen-Gate“ und „Dirndle-Gate“ – so viele „-gates“ wie 2013 gab es selten in der deutschen Sprache.

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