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Kriminalität : BKA warnt Senioren vor Call-Center-Betrügern aus dem Ausland

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Das Bundeskriminalamt (BKA) warnt vor allem ältere Menschen vor betrügerischen Telefonanrufen aus Call-Centern. Seit 2010 seien bundesweit bereits mehr als 37 000 Menschen Opfer von falschen Gewinnversprechen am Telefon geworden, teilte die Behörde am in Wiesbaden mit.

Die Dunkelziffer schätzen die Beamten sogar auf mehr als 100 000, die Schadenssumme auf mindestens 23 Millionen Euro. Die Täter riefen überwiegend aus der Türkei, aber unter deutscher Nummer an und versprächen hohe Gewinne oder Sachpreise wie teure Autos.

Die vermeintliche Gewinnauszahlung knüpften die Täter an im Voraus zu zahlende Gebühren oder Steuern. Wenn die Opfer das Geld überweisen, riefen die Täter erneut als Rechtsanwälte oder Polizisten an, um die Senioren zu weiteren Zahlungen zu nötigen. «Die Täter sprechen sehr gut deutsch. Sie sind redegewandt und skrupellos», hieß es in der Pressemitteilung.

Das BKA berichtete vom Fall einer 83-Jährigen aus Nordrhein-Westfalen, die von angeblichen Beamten der «Interpol Istanbul» kontaktiert wurde. Sie wurde aufgefordert, noch mehr Geld zu zahlen, da aufgrund ihrer früheren Überweisungen in Höhe von 24 000 Euro wegen Geldwäsche gegen sie ermittelt werde. Wenn sie sich weigere, würden Polizeibeamte die alte Dame zu Hause abholen. Nach der Anzeige der Frau seien mehrere Tatverdächtige in der Türkei festgenommen worden.

Betroffene gebe es in fast allen Bundesländern, vor allem in Bayern, Niedersachsen und Sachsen. BKA-Präsident Jörg Ziercke rief dazu auf, sich im Zweifel sofort an die Polizei zu wenden und keine Daten am Telefon herauszugeben: «Angehörige deutscher Strafverfolgungsbehörden würden Sie niemals am Telefon zu einer Geldüberweisung nötigen», sagte Ziercke. Das BKA hat eine deutsch-türkische Arbeitsgruppe zur Aufklärung des Betruges eingerichtet.

Mitteilung BKA

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erstellt am 20.Sep.2013 | 13:11 Uhr

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