Kontaktnachverfolgung : Bericht: Gesundheitsämter greifen fast nie auf Daten der Luca App zu

Author: dpa/von Ditfurth
Die Luca-App soll zur Nachverfolgung von Kontakten dienen.

Enttäuschende Bilanz: Die Luca App hat zwar millionenfach Daten erhoben. Doch laut „Spiegel”-Recherchen haben diese kaum dabei geholfen, Infektionsketten nachzuverfolgen.

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21. Januar 2022, 12:51 Uhr

Enttäuschende Bilanz: Die Luca App hat zwar millionenfach Daten erhoben. Doch laut „Spiegel”-Recherchen haben diese kaum dabei geholfen, Infektionsketten nachzuverfolgen.

Die deutschen Gesundheitsämter greifen einem Bericht zufolge nur selten auf Daten der Luca-App zur Pandemiebekämpfung zurück. Das ergab eine Umfrage des „Spiegel” unter den 380 Ämtern, die das Magazin am Freitag veröffentlichte. Demnach haben 54 derjenigen Ämter, die theoretisch mit der App arbeiten könnten, bislang kein einziges Mal Daten von Gaststätten oder ähnlichen Orten angefordert.

Fast zwei Drittel aller Ämter, die auf die entsprechende Anfrage antworteten, haben den Angaben zufolge noch nie eine Infektionskette mit Hilfe von Luca-Daten nachverfolgen können. Die 121 Gesundheitsämter, die hinreichend detaillierte Angaben machten, haben in rund 1000 Fällen Daten von Orten mit Luca-Check-In angefordert. Knapp 280 Mal halfen die Daten den Angaben zufolge, Infektionsketten nachzuverfolgen.

Viele Länder vor dem Ausstieg

Die Luca-App dient der Nachverfolgung von Kontakten, damit können sich etwa Gäste in der Gastronomie anmelden. Sie ist aber aus datenschutzrechtlichen Gründen umstritten. Eine Reihe von Bundesländern will den Vertrag zur Nutzung der Anwendung nicht verlängern.

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