Deutsche Bahn : Bahnstreik seit 9 Uhr beendet - aber auch heute gelten teilweise noch Ersatzfahrpläne

Der achte Lokführerstreik ist vorbei. Das Ende des seit Monaten stockenden Tarifkonflikts zwischen der Bahn und der Gewerkschaft GDL ist aber weiter nicht in Sicht.

shz.de von
10. Mai 2015, 09:23 Uhr

Berlin | Die Lokführergewerkschaft GDL hat ihren bisher längsten Bahnstreik offiziell heute morgen um 9 Uhr beendet. Dennoch kann es nach wie vor zu Behinderungen und Verspätungen im Regional- und Fernverkehr kommen.  Auch am Sonntag wird es noch Ersatzfahrpläne für den Fernverkehr geben.  Im Regionalverkehr sollen im Laufe des Tages bis zu 80 Prozent der Züge wieder fahren.  Informationen zum Ersatzfahrplan gibt es unter der kostenlosen Servicenummer 08000 99 66 33, die bis Montag geschaltet ist, oder in der Liveauskunft.

plant vorläufig keine weiteren Bahnstreiks. „Das Land und die Bahnkunden haben jetzt eine Pause verdient - und die Bahn eine Nachdenkpause zum Reagieren“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Er wollte die Dauer der „Pause“ nicht eingrenzen, versicherte aber, dass es momentan keine Pläne für einen neuen Ausstand gebe.

Nach einer Woche geht der bisher längste Streik der GDL bei der Deutschen Bahn am Sonntagmorgen um 9.00 Uhr zu Ende. Bahnfahrer können trotzdem nicht aufatmen: Denn auch die viel größere Gewerkschaft EVG erwägt, den Personenverkehr lahmzulegen. Ihr Vorsitzender Alexander Kirchner sagte der Zeitung, es gebe noch zwei Verhandlungstermine im Mai, dann müsse ein Abschluss erreicht sein. „Wenn wir nicht vorankommen, schließen wir Streik nicht aus. Aber wir streiken nicht, nur weil andere streiken.“

Um Arbeitskämpfe bei der Bahn in Zukunft zu vermeiden, plädiert der ehemalige Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) dafür, alle
20.000 Lokführer zu verbeamten. „Der exzessive Streik der GDL ist eine ungewollte Folge der Bahnreform“, sagte der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Bundestag der „Bild am Sonntag“. „Wenn keine Vernunft einkehrt, müssen Lokführer wieder verbeamtet werden. Wir dürfen unser Land nicht lahmlegen lassen.“

Lokführer mit Beamtenstatus, derzeit rund 5000, fallen nicht unter den Tarifvertrag und dürfen nicht streiken. Sie wurden noch vor der Privatisierung der Bahn 1994 eingestellt.

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