zur Navigation springen

Doch kein Lokführer-Streik? : Bahn schlägt GDL Schlichtung vor

vom

Unparteiische Schlichter sollen GDL und Deutsche Bahn wieder an einen Tisch holen. So soll der Streik verhindert werden. Bis 20 Uhr müsste die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer dem Vorschlag zustimmen.

shz.de von
erstellt am 05.Nov.2014 | 14:18 Uhr

Berlin | Mit dem Angebot eines Schlichtungsverfahrens will die Deutsche Bahn den Lokführerstreik in letzter Minute abwenden. In dem festgefahrenen Tarifkonflikt sollten beide Seiten jeweils einen unparteiischen Schlichter benennen, die dann einen gemeinsamen Vorschlag vorlegen sollen, sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber am Mittwoch in Berlin. Das Angebot sei der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) am Mittag zugegangen. Voraussetzung sei, dass die GDL ihren Streik absage und dieses Angebot zur Schlichtung bis heute, Mittwoch, um 20 Uhr annehme.

Weber stellte klar: „Wir denken nicht daran, unsere grundsätzliche Position aufzugeben.“ Es dürfe keine konkurrierenden Tarifverträge im Konzern geben. Lehne die GDL die Schlichtung ab, folge ein weitere Schritt, den Weber aber noch nicht offenbaren wollte. Zu Möglichkeiten, den Streik mit rechtlichen Schritten zu verhindern, äußerte er sich skeptisch.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat die Deutsche Bahn hingegen aufgefordert, gegen den Lokführerstreik der GDL vor Gericht zu ziehen. „Eine Klage wegen Unverhältnismäßigkeit des Streiks ist im Interesse der Bahnkunden, der Beschäftigten und der Aufrechterhaltung der Güterversorgung in Deutschland geboten“, sagte Dobrindt in Berlin. Der viertägige Streik sei unverhältnismäßig, die Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber Tarifauseinandersetzungen werde deutlich überstrapaziert. „Die Deutsche Bahn muss ihre Rechtsposition wahrnehmen und alle Rechtsmittel ausschöpfen“, betonte Dobrindt. Die Bahn befindet sich zu 100 Prozent in Staatsbesitz.

Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg sagte, der Streik kostet die Bahn 50 bis 60 Millionen Euro. Er sollte im Güterverkehr am Mittwochnachmittag beginnen, im Personenverkehr am Donnerstagmorgen. Geplantes Streikende ist Montagmorgen. Homburg sagte, die Hälfte der Güterzüge werde dennoch fahren, im Fernverkehr sei es etwa ein Drittel der Züge, im Regionalverkehr im Osten Deutschlands 20 Prozent, in Westdeutschland 40 bis 60 Prozent.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen