Urteil : Baby ertränkt: Zweieinhalb Jahre Haft

Zweieinhalb Jahre Haft für eine Kielerin, die ihr Neugeborenes ertränkt hat: Die Richter waren sich einig, dass die Mutter den Totschlag im psychisch geschwächten Zustand begangen hat.

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11. April 2008, 06:37 Uhr

Sie stand unter psychischem Druck, hat ihre Schwangerschaft vor anderen verborgen. Dann kam nach einer Totgeburt eine lebende Zwillingsschwester zur Welt. Überraschend für die junge Kielerin - die Mutter ist jetzt zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil sie ihr neugeborenes Baby ertränkt hat. Das Landgericht sprach die 32-Jährige am Freitag des Totschlags schuldig. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Frau das Mädchen nach der Geburt im März 2007 ertränkt hat.
Die 32-Jährige nahm das Urteil weinend auf. Sie hatte zugegeben, das Baby in ihrer Wohnung in Kiel zur Welt gebracht zu haben. Nach ihrer Aussage soll es aber ebenso tot geboren worden sein wie zuvor seine Zwillingsschwester. Die rechtsmedizinische Untersuchung ergab jedoch, dass eines der Babys ertränkt wurde. "Der Säugling hat geatmet und war lebensfähig", sagte der Vorsitzende Richter. Die Angeklagte habe das gewusst und später in einem Gespräch mit ihrer Freundin auch zugegeben.
Die Richter sahen dennoch einen minderschweren Fall von Totschlag. Es habe sich um eine besondere Geburtssituation gehandelt, heißt es in der Urteilsbegründung. So werteten die Richter den körperlich und psychisch stark geschwächten Zustand der Frau zum Tatzeitpunkt als strafmildernd. Sie sei zudem in einer finanziellen Notlage gewesen und habe vom vermeintlichen Vater der Babys keine Unterstützung erwartet. Die Angeklagte habe außerdem glaubhaft Reue gezeigt und begonnen, ihr Leben mit fachkundiger Hilfe neu zu ordnen.

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