Hintergrund : Ausflaggen bietet Billiglösung für Schiffe

Was bedeutet Ausflaggen und warum machen es so viele Reeder? Hier sind die Antworten.

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27. Juli 2012, 12:21 Uhr

Das Ausflaggen eines Schiffs bedeutet eine Registrierung im Ausland - wobei sich an den Eigentumsverhältnissen oft nichts ändert. Grund für eine Ausflaggung sind nach Darstellung des Verbands Deutscher Reeder (VDR) allein niedrigere Kosten, insbesondere "wenn weniger Europäer und beispielsweise mehr Philippinos an Bord eingesetzt werden". Bestimmungen zu Sicherheit und Arbeitsrecht seien inzwischen international vereinheitlicht.
Staaten mit günstigen Konditionen für Reedereien nennt man auch "Billigflaggen". Deutsche Reeder nutzen laut VDR überwiegend die Flaggen von Liberia, Marshall Islands und Antigua. Panama sei der meistgenutzte Flaggenstaat für andere Reedereien, etwa aus den USA und Griechenland. Für Seeleute bedeute das Ausflaggen unter anderem schlechtere Bezahlung und längere Arbeitszeiten, kritisiert die Gewerkschaft.
571 von 3700 deutschen Schiffen unter deutscher Flagge
Laut Reederverband hat die Heuer nichts mit der Flagge zu tun, doch würden nach einer Ausflaggung "gegebenenfalls keine deutschen Seeleute eingesetzt". Die Arbeitszeiten seien international festgelegt.
Beim Verband Deutscher Reeder (VDR) waren 2011 unter dem Oberbegriff "Deutschen Handelsflotte" rund 3700 Schiffe registriert. Davon fuhren 571 unter deutscher Flagge.

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