Zweitägige Rallye : Auf Tour mit dem E-Mobil

Eine Kolonne von Tesla Roadstern vor dem Start auf dem Marktplatz von Apenrade. Viele Schaulustige verfolgten das Spektakel interessiert. Foto: Staudt
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Eine Kolonne von Tesla Roadstern vor dem Start auf dem Marktplatz von Apenrade. Viele Schaulustige verfolgten das Spektakel interessiert. Foto: Staudt

Samstag startete die zweitägige Nordeuropäische E-Mobil Rallye von Apenrade nach Husum. Auch der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag war mit einem Elektromobil dabei.

shz.de von
20. März 2011, 07:37 Uhr

Apenrade | Wer Rallyefahrer sein will, der muss leiden. Denn der Tag eines Teilnehmers der 1. Nordeuropäischen E-Mobil Rallye beginnt im Falle des sh:z-Teams um 5.30 Uhr - in aller Herrgottsfrühe. Duschen, Kaffee und schon geht es mit dem Shuttlebus in das dänische Apenrade.
Auf dem Gelände des Energieversorgers "DongEnergy" gibt es dann die erste Möglichkeit, das gegnerische Feld in Augenschein zu nehmen. Unter den 40 teilnehmenden Wagen, zieht das Modell des Tesla Roadsters schnell neidische Blicke auf sich. Denn bis auf den reinen Strombetrieb unterscheidet dieses Geschoss nicht viel von einem ausgewachsenen Sportwagen - am allerwenigsten seine 245 lautlosen Pferdestärken. Nur gut, dass es bei dieser Rallye nicht um Geschwindigkeit, sondern um möglichst gleichmäßiges und bewusstes Fahren geht.
Der Roadster ist also keine direkte Gefahr. Nach einer kurzen Einweisung durch die Rennleitung - zu der ein Kaffee gereicht wird, der sonst nur bei Jetpiloten im Kampfeinsatz Anwendung findet, besteigen die Teams ihre Wagen. Um 9 Uhr rollen die E-Autos dann lautlos über den Marktplatz von Apenrade, werden mit Startzeiten versehen und das Rennen beginnt. Das hochmotivierte sh:z- Team besteht aus der Pilotin Kerstine Appunn und Beifahrer Nils Jesumann. Für die sachgerechte Dokumentation des zu erwartenden Erfolgs, sorgt ein Kollege mit Kamera, der auf der Rückbank des SH:Z-Mobils der Marke "Stromos" Platz gefunden hat. Die Etappe von Apenrade nach Flensburg kann allerdings nicht im Stück abgefahren werden - das wäre zu einfach. Stattdessen hat sich jedes Team nach einem detaillierten und für Laien zuerst schwer verständlichen Bordbuch zu richten. Die Route wird hier durch standardisierte Symbole verdeutlicht - Pfeile, Ampeln, genaue Zeit und Kilometerangaben treiben dem Beifahrer schon nach den ersten Kilometern den Schweiß auf die Stirn.

Als das Rennen am Morgen beginnt, ist der sh:z-Wagen voll geladen - "100 Prozent" prangt dort auf der Digitalanzeige im Cockpit. Nach einer rund zweistündigen Fahrt durch malerische dänische Landschaft und der Ankunft an der Zwischenstation an der Universität-Sonderburg, ist das E-Mobil aber so gut wie leer. Strom muss her. Und genau hier liegt das Problem. 40 Wagen sind offenbar zu viele Stromsauger für die vorbereiteten Stromtankplätze. Das sh:z E-Mobil bekommt nicht genug elektrischen Saft und muss mit nur 37 Prozent den Rest der Etappe meistern. Ein harter Schlag ins Kontor.
So kommt es, wie es kommen muss. Kurz hinter der Flensburger Stadtgrenze gehen die Lichter aus. Die letzten Meter bis zur Ladestation auf dem Gelände der Stadtwerke sind alleine nicht zu schaffen. Nur eine Nacht - dann sind die Batterien wieder voll und das Team wieder auf der Straße, bis die Rallye gegen 14 Uhr in Husum zu Ende geht.
(nje, shz)

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