Aktion gegen illegales Kurzparken „Nur kurz beim Bäcker“: Straßenparken von Radfahrern wird Internet-Hit

Von Götz Bonsen | 20.06.2017, 15:59 Uhr

Ein Kommunalpolitiker stellt sein Lastenrad aus Protest auf die Straße und trifft damit einen Nerv.

Ob in Dörfern oder Städten: Das „mal eben Parken“ von Autofahrern auf Rad- und Fußwegen treffen Passanten überall an. „Nur mal kurz zum Bäcker“ ist häufig die Ausrede der Autofahrer, wenn es zu Beschwerden über die verbotene und verkehrsgefährdende Inbeschlagnahmung der ohnehin knapp bemessenen Flächen kommt, auf denen ein absolutes Halteverbot gilt. In Köln hat der Radfahrer und Kommunalpolitiker Thomas Geffe nun den Spieß ungedreht, um den Autofahrern eine Lektion zu erteilen. Sein Lastenrad stellte er am Wochenende mit dem Schild „Nur kurz beim Bäcker“ konsequent neben den Radweg auf die Fahrbahn.

Er wollte mit der Aktion „die Absurdität der gängigen Entschuldigungen beim Parken auf Radstreifen“ verdeutlichen, sagte Geffe der WAZ. Seine Art der Verkehrs-Persiflage ging den Fahrrad-Bewegten offenbar so richtig ins Herz. Denn im Nu entwickelte sich daraus ein großes Medienecho und eine kleine internationale Welle des Trittbrettparkens im Internet. Außmaß ungewiss. Ausdehnung laut einer Befragten der Radkomm-Aktivstin : „Bis alles es kapiert haben“. Radkomm ist ein Kölner Forum für Radverkehr.

Aktueller Hintergrund ist auch der Unfall, bei dem ein 55-Jähriger Radfahrer in Berlin mit tödlichen Folgen gegen durch die unachtsam geöffnete Autotür des im absoluten Halteverbot parkenden Porsche eines Diplomaten krachte.