Weitere 1500 Kilometer Strecke : „Aquarius“ dürfte am Samstagabend in Valencia eintreffen

Ein Schiff der italienischen Küstenwache legt an der „Aquarius“ an. Foto: Salvatore Cavalli/AP
Ein Schiff der italienischen Küstenwache legt an der „Aquarius“ an. Foto: Salvatore Cavalli/AP

Italiens populistische Regierung zeigt in der Flüchtlingsfrage größtmögliche Härte. Das Rettungsschiff „Aquarius“ muss ins 1500 Kilometer weit entfernte Spanien ausweichen.

shz.de von
13. Juni 2018, 11:47 Uhr

Marseille | Nach der Sperrung der italienischen Häfen für die „Aquarius“ wird die Ankunft des Rettungsschiffs nun am Samstagabend im spanischen Valencia erwartet.

Der genaue Zeitpunkt hänge aber noch von den Wetter- und Meeresbedingungen ab, sagte Sophie Beau von der Hilfsorganisation SOS Méditérranée in Marseille. Die Seenotretter rechnen mit vier Meter hohen Wellen, sobald das Schiff die Straße von Sizilien verlässt - dies ist die Meerenge zwischen Sizilien und Tunesien.

Die populistische Regierung in Rom hatte der „Aquarius“ mit mehr als 600 geretteten Migranten an Bord die Einfahrt in einen italienischen Hafen verwehrt. Schließlich hatte Spanien sich bereiterklärt, das Schiff aufzunehmen. Am Dienstag wurden mehr als 520 Migranten auf zwei Schiffe der italienischen Küstenwache und der Marine gebracht, die drei Schiffe begannen anschließend die rund 1500 Kilometer lange Fahrt nach Valencia.

Beau rief die europäischen Staaten auf, eine politische Lösung für die Organisation der Seenotrettung von Migranten auf dem Mittelmeer zu finden. In den vergangenen Jahren seien mindestens 15.000 Menschen gestorben. „Die Priorität ist es, eine geeignete Flotte bereitzustellen, um Rettungsaktionen im Mittelmeer durchzuführen“, sagte sie. „Das wiederholen wir seit 28 Monaten, und niemand hört uns zu.“

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