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Mutmaßliche Helfer vor Gericht : Anschläge von Kopenhagen: Handy-Farce umrahmt Terror-Prozess

vom
Aus der Onlineredaktion

Vier Männer stehen vor Gericht, weil sie Omar El-Hussein bei seinem Terror-Anschlag geholfen haben sollen.

shz.de von
erstellt am 09.Mär.2016 | 17:19 Uhr

Kopenhagen | Donnerstag beginnt der Prozess gegen die mutmaßlichen Helfer des Kopenhagener Terroristen Omar El-Hussein. Bei zwei Anschlägen in der dänischen Hauptstadt hatte der palästinensisch-stämmige Däne am 14. und 15. Februar 2015 über 40 Schüsse aus einer  automatischen Waffe abgefeuert. Dabei tötete er zwei Menschen und verletzte mehrere Polizisten. Die Männer sollen ihm Waffen beschafft und Unterschlupf gewährt haben. Die Ermittlungsarbeiten der Polizei wurden in den vergangenen Monaten allerdings durch „undichte Stellen“ sabotiert, die den dänischen Strafvollzug beinahe ins Lächerliche zogen.

Dänemark sieht sich weiter im Visier terroristischer Planungen. Im Januar wurde eine 16-jährige Islam-Konvertitin verhaftet. Sie soll sich Chemikalien zur Herstellung von Sprengstoff besorgt haben, mit dem sie einen Anschlag auf eine jüdische Privatschule plante.

Sieben Mal wurden bei den seit über einem Jahr Inhaftierten Männern Handys gefunden, insgesamt sammelten die Gefängnisse 2015 sogar 1900 illegal eingeschleuste Funktelefone ein. Das dänische Parlament Folketing reagierte Ende Januar mit einer kritischen Anhörung. Justizminister Søren Pind sagte, dass so etwas einfach nicht passieren dürfe. Ende Februar tauchte dann das nächste Handy bei einem der Terrorverdächtigen auf. Es müsse sich „etwas Grundlegendes“ ändern, sagte Pind daraufhin und beantragte einen Bericht. Besucher sollten fortan gründlicher auf Handys untersucht werden, so der Minister. Inwieweit die Verdächtigten den unsichtbaren Draht nach Außen genutzt haben, um sich um Prozess Vorteile zu verschafften, ist nicht bekannt.

Einer der mutmaßlichen Handyschleuser Dänemarks steht in der nächsten Woche vor Gericht. Der Vollzugsbeamte soll zwölf Mobiltelefone ins seit Januar geschlossene Staatsgefängnis Vridsløselille – bekannt durch die Olsenbande-Filme – eingeschmuggelt haben.

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