Ende der „Aquarius“-Odyssee : Ankunft in Spanien: Notfalldienst beschreibt Flüchtlinge als „verstört“

Die aus Seenot geretten Flüchtlinge kamen mit der 'Orione' im Hafen von Valencia an.
Die aus Seenot geretten Flüchtlinge kamen mit der "Orione" im Hafen von Valencia an.

Italien und Malta wollten sie nicht haben. Nun können die geretteten 630 Flüchtlinge auf eine bessere Zukunft hoffen.

shz.de von
17. Juni 2018, 23:23 Uhr

Valencia | Die meisten der gut 600 von Italien und Malta abgewiesenen und von Spanien aufgenommenen Flüchtlinge des Rettungsschiffes „Aquarius“ sind nach Abschluss der ersten Aufnahme-Maßnahmen in verschiedene Unterkünfte gebracht worden. 200 Migranten hätten am Ankunftsort in Valencia im Osten des Landes ärztlich behandelt werden müssen, nennenswerte Gesundheitsprobleme habe aber keiner aufgewiesen, sagte der Chef des Notfalldienstes der Regionalregierung, Jorge Suárez, in einer Bilanz am Sonntagabend vor Journalisten in Valencia. Fünf Migranten würden vorsichtshalber die Nacht im Krankenhaus verbringen.

Die Zahl der Eingetroffenen korrigierte Suárez unterdessen auf 630. Das habe mit einer zunächst nicht registrierten Geburt während der Überfahrt nach Spanien zu tun, erklärte er. Bis dahin war von 629 aufgenommenen Flüchtlingen die Rede gewesen. Es gebe Menschen aus insgesamt 31 Ländern. Die Migranten stammen den Angaben zufolge mehrheitlich aus Nigeria, dem Sudan, Eritrea und Algerien.

Man muss sich in ihre Lage versetzen

Allen Migranten gehe es den Umständen entsprechend gut, hieß es. „Sie waren besonders bei der Ankunft verstört, aber das ist normal. Man muss sich in ihre Lage versetzen: Du steigst aus einem Schiff und das erste, was du siehst, sind Menschen, die dich begrüßen und Masken tragen“, erklärte Suárez.

Wohin die Migranten gebracht werden sollten, wurde vorerst nicht bekanntgegeben. Es gebe mindestens 68 Kinder, die zunächst in „einer Bildungseinrichtung außerhalb Valencias“ gebracht werden sollten, wie ein Sprecher der Regionalregierung verriet. „Mehr kann ich nicht sagen“, hieß es.

Die von der Hilfsorganisation SOS Méditerranée gecharterte „Aquarius“ hatte am vergangenen Wochenende insgesamt 629 afrikanische Migranten aufgenommen, die vor der libyschen Küste auf verschiedenen Booten unterwegs waren. Zur Überfahrt nach Spanien wurden Hunderte dieser Flüchtlinge auf die italienischen Schiffe „Dattilo“ (274) und „Orione“ (250) verteilt.

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