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Deutschland & Welt

12. Dezember 2017 | 23:18 Uhr

Google Chrome : Angriff auf Microsoft

vom

Google will mit dem kostenlosen Betriebssystem Chrome den Umgang mit dem Computer neu erfinden. Bekommt Microsoft jetzt einen würdigen Rivalen?

shz.de von
erstellt am 20.Nov.2009 | 07:03 Uhr

Schnell, unkompliziert und kostenlos - Google verspricht viele Vorteile bei seinem neuen Betriebssystem Chrome OS. In gut einem Jahr soll es kommen und dem Branchenprimus Microsoft ordentlich das Fürchten lehren. Erste Details hat der Online-Riese nun bekannt gegeben.
Chrome OS soll sich dabei fundamental von herkömmlichen Betriebssystemen unterscheiden Anders als bei Windows und Co, so die Idee, werden alle Anwendungen und Programme direkt aus dem Internet bezogen. Damit entfalle das Installieren von Software auf dem PC, erklärte Google-Manager Sundar Pichai während der Vorstellung. Als weiteren Vorteil hob er eine wesentlich schnellere Performance von "lediglich sieben Sekunden" hervor.
Quellcode offen gelegt

Im Kern basiert Chrome auf dem offenen Betriebssystem Linux und ist dabei kostenlos. Der Suchmaschinenspezialist hat außerdem bewusst den Software-Quellcode offen gelegt, damit Entwickler weltweit an dem neuen System mitarbeiten können. Darauf dürfte Google allerdings auch angewiesen sein, da der Erfolg des neuen Projekts wesentlich davon abhängen wird, wie viele Programme der Anwender mit ihm nutzen kann.
Auch vom Aussehen und von der Funktion hat Chrome OS wenig mit bisherigen Betriebssystemen gemein. So erinnert es mit seinen Browser-Fenstern, Reitern und Lesezeichen vielmehr an eine Suchmaschine. Anstatt wie bisher die Daten auf einer lokalen Festplatte abzulegen, werden alle Dateien verschlüsselt und direkt auf Internetservern gespeichert.
Zunächst für Mini-Notebooks
Das neue Betriebssystem soll zunächst auf den derzeit populären Mini-Notebooks laufen, langfristig aber auf allen Geräten. Unter den Herstellern solcher Billig-Notebooks könnte das Interesse an der kostenlosen Software wegen des großen Preisdrucks groß sein.
Beim Vertrieb will Google mit Hardware-Herstellern und dem Handel zusammenarbeiten. Google hatte das Betriebssystem erstmals im Juli dieses Jahres angekündigt. Experten bewerten die neue Entwicklung als Angriff auf den Erzrivalen Microsoft. Die Windows-Software läuft aktuell auf mehr als 95 Prozent aller PCs und ist die Haupteinnahmequelle des Konzerns.

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