Mysteriöses Treffen in Dänemark : Abdankungs-Spekulationen: Warum lädt Königin Margrethe zum Staatsratsdinner?

<p>Königin Margrethe bittet die Regierung ins Palais Christians VII.</p>
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Königin Margrethe bittet die Regierung ins Palais Christians VII.

Wenn die dänische Königin alle Jubeljahre zum Statsrådsmiddag lädt, ist meist Pfeffer drin. Was ist es diesmal?

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22. März 2017, 12:02 Uhr

Kopenhagen | Am Mittwochabend kommt es auf Schloss Amalienborg zu einem Statsrådsmiddag, einem der bedeutendesten Treffen der Regierung mit der dänischen Monarchin. In den Medien wird eifrig spekuliert, warum es dieses seltene Stelldichein von Königin Margrethe, Kronprinz Frederik, Gattin Mary und Lars Løkke Rassmussens Regierungsmannschaft nun geben wird. Die Gründe könnten royaler wie politischer Natur sein. Gibt es einen Wechsel an der Spitze der sich im Umfragetief befindenen Løkke-Regierung oder familiäre Neuigkeiten bei den Königlichen? Oder will Dronning Margrethe die Politiker gar vorsichtig auf eine nahende Abdankung vorbereiten?

Der Staatsrat ist formell das Treffen, bei dem die Königin als Staatschefin die vom Folketing bewilligten Gesetze in Anwesenheit der Regierung unterschreibt. Dabei unterrichten sie die Kabinettsmitglieder auch über neue Gesetzesvorschläge. Das Dinner hat jedoch erfahrungsgemäß eine andere Tragweite.

Diese Spekulationen kommen nicht überraschend. Letztmals hatte es ein solches Stelldichein von Königin, Kronprinzenpaar, Hofmarschall, Ministerpräsident und Kabinett 2009 gegeben. Sieben Tage später verkündete Ministerpräsident Anders Fogh Rassmussen seinen Rücktritt, um Nato-Generalsekretär zu werden. 2003 stellte Kronprinz Frederik in selbigem Forum seine damalige Verlobte Mary erstmals vor.

Vielleicht ist auch diesmal etwas im Busch im Staate Dänemark. Das Königshaus hält sich noch bedeckt. Die Pressestelle gab gegenüber „Jyllands Posten“ die Nachricht heraus, es sei lediglich eine „soziale Zusammenkunft“ und beherberge nichts Anstößiges. Die Königin strebe danach, jede Regierung in ihrer regulär vierjährigen Amtszeit einmal zum Mittagessen zu bitten. Während der vierjährigen Ägide der Sozialdemokratin Helle Thorning-Schmidt (2011-2015) kam es jedoch nicht zu diesem Treffen.

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