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Tribsees in Mecklenburg-Vorpommern : A20: Das große Bangen vor der Urlaubssaison 2018

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Wegen der abgesackten A20 droht die Urlaubsfahrt in der Saison 2018 zur Geduldsprobe zu werden. Nicht nur Touristiker fordern schnelle Abhilfe – auch wenn es teuer wird.

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2017 | 16:06 Uhr

Tribsees | Die Bilder von der eingebrochenen Ostsee-Autobahn 20 machen auch nach Tagen noch fassungslos. Wie kann so etwas nur passieren, fragen sich die Menschen kopfschüttelnd. Eine umfassende Antwort darauf kann es erst geben, wenn das vom Land Mecklenburg-Pommern bestellte Gutachten vorliegt. So lange dürfen die Verantwortlichen mit dem Handeln nicht warten, fordert der Vorsitzende des Landestourismusverbands, Wolfgang Waldmüller. Die Zeit laufe mit Blick auf die nahende Urlaubssaison 2018 davon. Denn wegen der Bauarbeiten bei der Petersdorfer Brücke auf der A19 gibt es nun ein zweites Nadelöhr, durch das sich die Urlauber quälen müssen. Dort ist für 2020 das Bauende anvisiert.

<p>Bei Tribsee nahe Rostock brach auf einer Länge von etwa 100 Metern die Autobahn ab.</p>

Bei Tribsee nahe Rostock brach auf einer Länge von etwa 100 Metern die Autobahn ab.

Foto: Google

In den vergangenen Tagen war auf der Fahrspur in Richtung Rostock auf einer Länge von etwa 100 Metern die Autobahn abgebrochen. In diesem Abschnitt ist ein nun riesiges Loch von etwa 10 Metern Breite, 40 Metern Länge und durchschnittlich 2,50 Meter Tiefe entstanden. Grund ist vermutlich eine sogenannte Torflinse, über die die Autobahn verläuft. Der Verkehr Richtung Rostock wird umgeleitet, der in Richtung Stettin ist noch auf einer Spur möglich.

„Die Lebensader A20 muss funktionieren“, sagt Waldmüller und spricht von einem Fiasko. Die notwendigen Bauarbeiten müssten umgehend zur Chefsache erklärt werden, bei der neben Landesverkehrsminister Christian Pegel (SPD) auch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) in der Pflicht ist. Natürlich müsse Ursachenforschung betrieben werden. Aber unter Umgehung sämtlicher Fristen müsse rasch begonnen werden, eine Ersatzstraße zu bauen, damit ein Übergang geschaffen wird, fordert Waldmüller. Schon in der kommenden Landtagswoche werde ein Antrag eingereicht, um die Dringlichkeit noch einmal allen klar zu machen.

Auch noch nach Jahren kein Bauende?

Der Tourismuschef fürchtet, dass unter Einhaltung des regulären Behördengangs und Ausschreibungen auch in fünf Jahren noch keine befahrbare Straße da ist. „Wir müssen sofort reagieren.“ Dabei dürfe der Blick auf die Kosten keine Rolle spielen. „Die Verluste für die Wirtschaft und den Tourismus sind weitaus größer.“ Die Belastungen vor allem für die Anwohner an der Umleitungsstrecke sind immens – auch durch die vielen Lastwagen, die sich durch die teils schmalen Straßen quälen müssen.

Dafür können die Lkw-Fahrer nichts, betont der Geschäftsführer des Landesverbands des Verkehrsgewerbes, Norbert Voigt. „Aber die haben ja sowieso den schwarzen Peter.“ Für die Vorsitzende des Steuerzahlerbundes in Mecklenburg-Vorpommern, Sophie Mennane-Schulze, ist klar, dass egal, welche Lösung sich schnell oder in einigen Jahren durchsetzen wird, der Steuerzahler letztlich die Kosten tragen wird. „Sämtliche Haftungsfristen gegenüber den Bauverantwortlichen sind abgelaufen.“

Der deutsche Autobahnplaner Deges geht von einer fünfjährigen Regresszeit aus. Die ließe sich laut Mennane-Schulze nur verlängern, wenn ein vorsätzliches Fehlverhalten vorliegt. Bei dem Wissen um die Tragweite der Verwerfungen müsse man aber froh sein, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Problematisch sei, dass die A20 nicht zum ersten Mal schlechte Schlagzeilen hat.

Mennane-Schulze erinnerte an den Brüllbeton bei Schönberg oder die Asphaltblasen ebenfalls zwischen Lübeck und Wismar. „Da hätte man vermutlich eine Stufe höherwertig bauen können.“ Es stelle sich grundsätzlich die Frage nach dem Sinn dieser Art der Ausschreibung, wenn der Günstigste genommen wird und letztlich Probleme auftauchen. Auch Pegel hatte angesichts des Dramas auf der A20 gesagt: „Wer billig kauft, kauft doppelt.“

 

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