Rüstungsunternehmen : Zu viele Aktionäre: Waffenhersteller Heckler & Koch muss Hauptversammlung verschieben

Heckler & Koch stellt Sturmgewehre, Pistolen, Maschinengewehre und Granatwerfer her.
Heckler & Koch stellt Sturmgewehre, Pistolen, Maschinengewehre und Granatwerfer her.

Rüstungsgegner um den Dachverband Kritische Aktionäre hatten zum Aktienkauf und zur Teilnahme am Treffen aufgerufen.

shz.de von
22. Juni 2018, 17:57 Uhr

Oberndorf | Weil zu viele Anteilseigner an der Hauptversammlung des Waffenherstellers Heckler & Koch teilnehmen wollten, musste dieser den Termin kurzfristig verschieben. "Erfreulicherweise kam es zu einer unerwartet hohen Anmeldezahl, die unsere Erwartungen und Erfahrungswerte der letzten Jahre und den für die Hauptversammlung vorgesehenen Rahmen überstieg", teilte das Rüstungsunternehmen am Freitag in Oberndorf auf seiner Homepage mit. Das Treffen der Anteilseigner war für kommenden Dienstag im Rathaus am Stammsitz angesetzt. Ein Ersatztermin stand zunächst nicht fest.

Rüstungsgegner um den Dachverband Kritische Aktionäre hatten zum Kauf von Aktien des Unternehmens und zur Teilnahme an dem Treffen aufgerufen. "Heckler & Koch exportiert Waffen in die ganze Welt, schafft es aber nicht, eine Hauptversammlung mit drei bis vier Dutzend Aktionären durchzuführen", kritisierte Kleinaktionär Paul Russmann.

Verlust von 13,4 Millionen Euro

Das Unternehmen hatte 2017 wieder rote Zahlen geschrieben. Es machte einen Verlust von 13,4 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Plus von 7,2 Millionen Euro erwirtschaftet worden war. Der Umsatz sank von 202,4 Millionen auf 182 Millionen Euro. Sowohl im Inland als auch auf dem wichtigen US-Markt hatten die Erlöse deutlich nachgegeben.

Das Unternehmen stellt Sturmgewehre, Pistolen, Maschinengewehre und Granatwerfer her. Wegen mutmaßlich illegaler Geschäfte mit Mexiko müssen sich aktuell mehrere frühere Mitarbeiter vor dem Landgericht Stuttgart verantworten.

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