Bezirksgouverneur in der Provinz Fariab : Vater des aus Deutschland abgeschobenen Afghanen von Taliban getötet

Der abgeschobene Asylbewerber Dschamal M. hatte kurz nach seiner Ankunft in Kabul am 4. Juli in einem Hotel Selbstmord begangen.
Der abgeschobene Asylbewerber Dschamal M. hatte kurz nach seiner Ankunft in Kabul am 4. Juli in einem Hotel Selbstmord begangen.

Chotscha Saratschuddin Safari sei gemeinsam mit zwei Leibwächtern und seinem Fahrer in einen Hinterhalt geraten.

shz.de von
16. August 2018, 18:38 Uhr

Kabul | Der Vater des aus Deutschland abgeschobenen Asylbewerbers Dschamal M. ist in Nordafghanistan von Taliban getötet worden. Chotscha Saratschuddin Safari, ein Bezirksgouverneur in der Provinz Fariab, sei gemeinsam mit zwei Leibwächtern und seinem Fahrer am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) in einen Hinterhalt der Aufständischen geraten, sagte Mohammed Rosi, ein Provinzrat.

Der abgeschobene Asylbewerber Dschamal M. hatte kurz nach seiner Ankunft in Kabul am 4. Juli in einem Hotel Selbstmord begangen. Nach rund acht Jahren in Deutschland war Dschamal M. aus Hamburg abgeschoben worden, weil er mehrere Straftaten begangen hatte.

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Dschamal M.'s Vater Safari habe die Sicherheitsbehörden nicht im Vorhinein von seiner Fahrt informiert, sein Auto sei nicht gepanzert gewesen, sagte der Sprecher der Provinzregierung, Dschawid Bedar.

Safari hatte vom Tod seines Sohnes in Kabul in den Fernsehnachrichten erfahren. Der dramatische Fall um Dschamal M. war in Deutschland mitten in eine erhitzte Debatte über Asylverfahren gefallen. Er hatte sowohl neue Kritik an Abschiebungen nach Afghanistan als auch an Bemerkungen von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ausgelöst.

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