Einer der 69 nach Kabul Geflogenen : Unrechtmäßig abgeschobener Asylbewerber soll zurückgeholt werden

Unter den jüngst 69 abgeschobenen Afghanen aus Deutschland soll einer dabei gewesen sein, der noch gar nicht hätte abgeschoben werden dürfen. Das legen NDR-Recherchen nahe. Foto: dpa/Boris Roessler
Unter den jüngst 69 abgeschobenen Afghanen aus Deutschland soll einer dabei gewesen sein, der noch gar nicht hätte abgeschoben werden dürfen. Das legen NDR-Recherchen nahe.

Ein abgeschobener Asylbewerber aus Mecklenburg-Vorpommern hätte eigentlich noch einen Gerichtstermin gehabt.

shz.de von
18. Juli 2018, 16:01 Uhr

Neubrandenburg | Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) will einen wohl unrechtmäßig abgeschobenen Asylbewerber aus Afghanistan zurückholen. "Das Bamf will die für die Rückholung nötigen Schritte einleiten", sagte die Sprecherin des Bundesinnenministeriums, Eleonore Petermann, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur zum Fall des Asylbewerbers, der aus Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern abgeschoben worden war.

Das Bundesinnenministerium, dem das zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) untersteht, hatte im NDR am Vortag Fehler eingeräumt. Demnach ging das Bamf trotz eines richterlichen Hinweises davon aus, dass der Asylantrag des heute 20 Jahre alten Flüchtlings rechtskräftig abgelehnt worden sei.

Der Mann hatte seiner Anwältin zufolge aber schon im vergangenen Jahr gegen die Ablehnung geklagt. Dies bestätigte auch das zuständige Verwaltungsgericht in Greifswald. Zu diesem Zeitpunkt des Verfahrens hätte der Mann nicht abgeschoben werden dürfen, hatte ein Gerichtssprecher im NDR gesagt. In der Woche nach der Abschiebung hätte der Flüchtling vor Gericht angehört werden sollen. Nach Recherchen des Senders handelt es sich bei dem 20-Jährigen um einen jener 69 Menschen, die am 3. Juli nach Kabul geflogen worden waren.

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