Zündstoff im Handelsstreit : USA kündigen neue Zölle gegen China an – Peking legt nach

Robert Lighthizer, Handelsbeauftragter der USA. Foto: Olivier Matthys, AP/Archiv
Robert Lighthizer, Handelsbeauftragter der USA. Foto: Olivier Matthys, AP/Archiv

Der Handelsstreit zwischen den USA und China eskaliert. Viele Unternehmen reagieren.

shz.de von
08. August 2018, 14:54 Uhr

Washington/Peking | Der Handelsstreit zwischen den USA und China eskaliert weiter. Wie das Weiße Haus ankündigte, sollen am 23. August weitere Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf chinesische Waren im Umfang von 16 Milliarden US-Dollar erhoben werden. Betroffen sind 279 Produkte, darunter etwa Metalle, Schmierstoffe, Chemikalien und Elektronik.

Das Pekinger Handelsministerium kündigte am Mittwoch Strafzölle auf US-Waren in gleicher Höhe an. Mit dem Schritt verteidige China seine legitimen Rechte und das multilaterale Handelssystem, hieß es in einer Mitteilung der Behörde.

Bereits am 6. Juli hatten beide Seiten gegenseitige Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Importe im Wert von jeweils rund 34 Milliarden US-Dollar in Kraft gesetzt. Weitere US-Strafzölle auf Waren um Wert von 200 Milliarden US-Dollar stehen im Raum. Jedoch hatte das Handelsministerium schon vor Wochen angekündigt, dass es Zölle im gleichen Umfang in Erwägung ziehe, sollten die USA die zweite Tranche von Strafmaßnahmen umsetzen. Ökonomen sehen in dem sich zuspitzenden Konflikt ein Risiko für die gesamte Weltwirtschaft.

Andere Druckmittel

Beobachter wiesen jedoch daraufhin, dass Peking andere Möglichkeiten habe, um Washington unter Druck zu setzen. So könnten etwa US-Unternehmen wie Starbucks, Apple oder Nike, die seit Jahren enorm von der Konsumlust des Milliardenvolkes profitieren, die Geschäfte in China erschwert werden.

Die Staatsmedien des Landes schießen sich bereits ein: „China ist mit Abstand der wichtigste Überseemarkt für Apple, was den Konzern verwundbar macht, wenn die Chinesen ihn zum Ziel von Wut und nationalistischen Gefühlen machen“, hieß es am Dienstag in einem Kommentar der Zeitung „China Daily“.

Die Sorge vor einer Eskalation des Handelsstreits hat derweil den Warenverkehr zwischen China und den USA weiter beflügelt. Wie die Pekinger Zollverwaltung am Mittwoch mitteilte, legten die Exporte des Landes in die USA im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um 11,2 Prozent auf 41,5 Milliarden US-Dollar zu. Die Importe aus den USA stiegen um rund 11,1 Prozent auf 13,4 Milliarden US-Dollar.

Beobachter führen die weiterhin starke Handelsaktivität darauf zurück, dass Unternehmen in beiden Ländern noch möglichst viele Geschäfte abwickeln wollen, bevor weitere Zölle erhoben werden.

Die USA und die EU hatten sich kürzlich darauf geeinigt, eine weitere Eskalation ihres Handelsstreits abzuwenden und vorerst keine neuen Sonderzölle zu verhängen. Beide Seiten wollen nun unter anderem Gespräche über die Abschaffung von Zöllen auf Industriegüter beginnen. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker stellte Trump verstärkte Einfuhren von US-Soja in Aussicht.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen