„Trenton“ auf dem Mittelmeer : US-Marineschiff mit geretteten Flüchtlingen darf in Italien anlanden

US-Matrosen retten Migranten auf dem Mittelmeer und bringen sie an Bord des Marineschiffes USNS Trenton (T-EPF 5).
US-Matrosen retten Migranten auf dem Mittelmeer und bringen sie an Bord des Marineschiffes USNS Trenton (T-EPF 5).

Die Position des US-Marineschiff "Treton" war seit Dienstag unklar. Aus Italien kamen verwirrende Infos.

shz.de von
15. Juni 2018, 18:05 Uhr

Rom | Die rund 40 Migranten, die ein US-Marineschiff im Mittelmeer gerettet hat, dürfen nach tagelangem Warten nach Italien gebracht werden. Sie würden auf ein Schiff der italienischen Küstenwache transferiert und am Sonntag in Italien ankommen, twitterte der Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM), Flavio Di Giacomo, am Freitag.

 

Das US-Schiff "Trenton" hatte am Dienstag die etwa 40 Überlebenden eines Flüchtlingsunglücks vor der Küste Libyens gerettet und wartete seitdem auf die Autorisierung für die Einfahrt in einen sicheren Hafen. "Es muss eine dramatische und schmerzliche Erfahrung für sie gewesen sein", so Di Giacomo. Bei dem Unglück waren mindestens zwölf Menschen gestorben.

Zuvor hatte lange Unklarheit über das Schicksal der Flüchtlinge und den Verbleib des US-Marineschiffes geherrscht. So war nicht geklärt, wo sich das Schiff mit den Überlebenden genau aufhielt, wie eine Sprecherin des UN-Flüchtlingswerkes UNHCR am Freitag sagte.

Auch ein Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM), erklärte: "Man weiß immer noch nichts."

Die italienische Küstenwache war an der Koordination offenbar nicht beteiligt, denn es gab keine öffentliche Kommunikation über den Fall. Es hatte zunächst geheißen, dass die "Trenton" vor Augusta in Sizilien sei, aber auch das war nicht gesichert.

„Aquarius“ auf dem Weg nach Spanien

Italiens Innenminister Matteo Salvini von der fremdenfeindlichen Lega will vor allem privaten Seenotrettern die Einfahrt nach Italien verbieten. So ist es bereits mit der „Aquarius“ geschehen. Das Schiff der Hilfsorganisation SOS Mediterranée ist deshalb auf dem Weg nach Spanien. Dort soll es wegen schlechten Wetters und Seegangs erst am Sonntagmorgen ankommen – eigentlich war Samstag angepeilt worden. Begleitet wird die „Aquarius“ von zwei italienischen Schiffen, die einen Großteil der Migranten übernommen hatten.

Salvini sagte am Donnerstagabend auf die Frage nach der „Trenton“ lediglich: „Wir arbeiten daran.“ Das Problem seien nicht die 40 Migranten an Bord des US-Schiffes, sondern die 650.000 Migranten, die in Italien die vergangenen Jahre angekommen seien.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen