Dutzende Todesopfer im April : UN-Menschenrechtsrat sieht Belege für Giftgaseinsatz in Duma

Bei Angriffen der syrischen Armee auf die letzte verbliebene Rebellenhochburg in Ost-Ghuta sind Dutzende Menschen getötet worden. Der UN-Menschenrechtsrat sieht Belege für einen Giftgaseinsatz.
Bei Angriffen der syrischen Armee auf die letzte verbliebene Rebellenhochburg in Ost-Ghuta sind Dutzende Menschen getötet worden. Der UN-Menschenrechtsrat sieht Belege für einen Giftgaseinsatz.

In der lange von Rebellen kontrollierten syrischen Stadt Duma soll im April Chlorgas eingesetzt worden sein.

shz.de von
20. Juni 2018, 13:06 Uhr

Genf | Die vorliegenden Hinweise ständen in Einklang mit dem Gebrauch von Chlorgas, heißt es in einem am Mittwoch in Genf veröffentlichten Bericht zum Kampf um das ehemalige Rebellengebiet Ost-Ghuta nahe der Hauptstadt Damaskus. Symptome bei Verletzten stimmten zudem mit dem Gebrauch eines weiteren chemischen Stoffes überein, höchstwahrscheinlich eines Nervengases.

Bei dem mutmaßlichen Giftgasangriff am 7. April waren Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Der Menschenrechtsrat spricht von mindestens 49 Todesopfern und bis zu 650 Verletzten. Opposition und der Westen machten dafür die syrischen Regierungstruppen verantwortlich. Die USA, Frankreich und Großbritannien bombardierten deswegen syrische Regierungsstellungen mit Marschflugkörpern.

Syrien und sein Verbündeter Russland wiesen die Vorwürfe zurück und sprachen von einer Inszenierung. Anhänger des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad bestreiten, dass in Duma überhaupt Gas eingesetzt wurde. Inspekteure der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) haben den Fall untersucht, aber noch keinen Bericht vorgelegt.

Der UN-Menschenrechtsrat wirft Assads Truppen zudem Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Kampf um Ost-Ghuta vor. Neben den Regierungskräften hätten sich auch oppositionelle bewaffnete Gruppen Kriegsverbrechen schuldig gemacht.

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