Handelsstreit spitzt sich zu : Trump wirft China und Europa Währungsmanipulation vor

Donald Trump sorgt für Wirbel an den Finanzmärkten.
Donald Trump sorgt für Wirbel an den Finanzmärkten.

Donald Trump hat am Freitag seine Bereitschaft signalisiert, auf alle Waren aus China Zölle zu erheben.

shz.de von
20. Juli 2018, 16:37 Uhr

Washington | US-Präsident Donald Trump hat mit Vorwürfen der Währungsmanipulation an die Adresse Chinas und der Europäischen Union für Wirbel an den Finanzmärkten gesorgt. "China, die Europäische Union und andere haben ihre Währungen manipuliert", schrieb Trump am Freitagnachmittag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Außerdem erwähnte er die niedrigen Leitzinsen dort, während in den USA die Zinsen stiegen. Der Devisenmarkt reagierte mit Kursverlusten beim US-Dollar zu allen anderen wichtigen Währungen.

Zuvor hatte Trump bereits mit einem Fernsehinterview für Aufregung an den Märkten gesorgt. In einem Gespräch mit dem Sender CNBC hatte der Präsident gesagt, er sei "nicht begeistert" von steigenden Zinsen. Außerdem erklärte er: "Es gefällt mir nicht, dass wir all die Arbeit in die Wirtschaft stecken und dann sehe ich wie die Zinsen steigen." Zudem hatte er seine Bereitschaft bekräftigt, im Handelsstreit mit China auf alle Importe neue Zölle zu erheben.

Dollar-Kurs fällt

"Wir sind eine lange Zeit von China abgezockt worden", sagte Trump am Freitag in einem Interview des Senders CNBC. "Ich möchte ihnen keine Angst einjagen, ich möchte, dass es ihnen gut geht, ich mag wirklich Präsident Xi, aber das (der Handel) war sehr unfair."

Nach den Worten von Trump haben chinesische Offizielle ihm gesagt, dass sich niemand aus früheren US-Regierungen über das Handelsdefizit beschwert habe, bis er gekommen sei. Sie hätten gesagt: "Jetzt machst du mehr als sich nur beschweren. Uns gefällt nicht, was du machst." Laut Statistikbehörde haben die USA 2017 Waren im Wert von 505,5 Milliarden Dollar (rund 434 Mrd. Euro) aus China eingeführt und Waren im Wert von 129,9 Milliarden Dollar nach China exportiert.

Nach den jüngsten Twitter-Aussagen von Trump fiel der Kurs des Dollar und der Euro stieg im Gegenzug kräftig auf ein Tageshoch bei 1,1715 US-Dollar.

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