Umjubelter Live-Auftritt : Trump-Beleidigung: US-Sender dreht Robert De Niro den Ton ab

Der US-Schauspieler Robert De Niro äußerte sich nicht zum ersten Mal kritisch über Donald Trump. Foto: dpa
Der US-Schauspieler Robert De Niro äußerte sich nicht zum ersten Mal kritisch über Donald Trump. Foto: dpa

Robert De Niro hat seinem Unmut über Donald Trump Luft gemacht – was dem Publikum gefiel, passte dem Sender gar nicht.

shz.de von
11. Juni 2018, 10:37 Uhr

New York | Wenn Robert De Niro eine Bühne betritt, sind ihm Applaus und stehende Ovationen alles andere als fremd. Dennoch ist diese Reaktion bei seinem Auftritt auf den Tony-Awards – der jährlich vergebene Theater- und Musicalpreis – etwas Außergewöhnliches: Die Menschen im Saal jubelten nicht etwa über seine unbestritten großartigen Fähigkeiten als Schauspieler, sondern über seine massive Beleidigung in Richtung des US-Präsidenten Donald Trump.

„Ich möchte nur eine Sache sagen: Fuck Trump“, sagte Robert De Niro mit entschlossenem Blick und geballten Fäusten gleich nachdem er die Bühne betreten hatte. Die Reaktion der anderen Gäste, unter denen sich viele Schauspieler befanden, muss beinahe als frenetischer Jubel beschrieben werden. Immer wieder ballte De Niro die Fäuste und streckte sie in die Luft, was dazu führte, dass sich so gut wie jeder im Saal erhob und Beifall klatschte.

Dem US-Fernsehsender CBS, der die Preisverleihung live übertrug, hatte die Äußerung offensichtlich gar nicht gepasst. Und da auch Live-Übertragungen seit Jahren mit einigen Sekunden Verzögerung übertragen werden, um Beleidigungen sowie Schimpfwörter zu entfernen, stellten sie bei De Niros Auftritt den Ton aus und sendeten lediglich das Bildmaterial.

In Australien wurde der Auftritt von Robert De Niro jedoch unzensiert übertragen:

Schauspieler und Dramatiker Tony Kushner stellte sich hinter die Aussage seines Kollegen und legte sogar noch einen drauf: „Ich stimme ihm zu", sagte er Kushner und bezeichnete die Präsidentschaft Trumps als „den Hitler-Fehler", der einen „grenzwertigen psychotischen Narzissten ins Weißen Haus" gebracht habe.

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