Zu Beginn des Opferfestes : Tote und Verletzte nach Raketen-Angriff in Kabul

Lokalen Medienberichte zufolge schlugen die Raketen im diplomatischen Viertel Kabuls ein, während Präsident Ghani eine Rede zu Beginn des Opferfestes hielt.
Lokalen Medienberichte zufolge schlugen die Raketen im diplomatischen Viertel Kabuls ein, während Präsident Ghani eine Rede zu Beginn des Opferfestes hielt.

Den Aufruf des Präsidenten Ghani, eine Waffenruhe einzuhalten, ließen die Taliban unbeantwortet.

shz.de von
21. August 2018, 15:50 Uhr

Kabul | Angreifer haben nach offiziellen Angaben mindestens zwanzig Raketen auf die afghanische Hauptstadt Kabul gefeuert. Sie seien am Dienstagmorgen (Ortszeit) aus Ostkabul in Richtung diplomatisches Viertel geflogen, sagte der Chef der Kabuler Polizei. Nach dem Abfeuern der Raketen verschanzten sich demnach zwei Angreifer in einem Haus hinter der Eid Gah-Moschee. Nach Polizeiangaben wurden durch die Raketen und die darauffolgenden Kämpfe mindestens sechs Menschen verletzt.

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Die Vorrichtung zum Abfeuern der Raketen sei von Spezialeinheiten der Polizei zerstört worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Davor hatte es Berichte gegeben, ein Kampfhubschrauber habe die auf einem Laster montierte Vorrichtung zerstört. Nach mehreren Stunden tötete die Polizei die zwei Angreifer.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Anschlag über ihren Propagandakanal Amak für sich. Die radikalislamischen Taliban hatten davor bestritten, für den Angriff verantwortlich zu sein.

Die Raketen schlugen ein, als Präsident Aschraf Ghani eine Rede zum Beginn des Opferfestes Eid al-Adha hielt. "Die Gruppen, die weiter Gewalt ausüben, auch wenn sie Raketen abfeuern, können die Entwicklung Afghanistans nicht aufhalten", sagte Ghani.

In den vergangenen Wochen wurden mehrere Male Raketen auf Kabul abgefeuert. Manche landeten in Feldern, andere in Wohnhäusern. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt.

Aufruf zur Waffenruhe blieb unbeantwortet

Präsident Ghani hatte am Sonntag den radikalislamischen Taliban eine drei Monate lange Waffenruhe angeboten. Die Aufständischen ließen das Angebot bisher unbeantwortet. Allerdings entließen die Taliban am Montag 40 gefangene Sicherheitskräfte in der nördlichen Provinz Fariab.

Abgesehen von dem Anschlag in Kabul gab es keine Berichte über weitere Sicherheitszwischenfälle im Land. In der vergangenen Woche hingegen hatten Taliban-Kämpfer praktisch täglich Sicherheitskräfte in Militärbasen oder Kontrollposten angegriffen und vor zehn Tagen die strategisch wichtige östliche Stadt Gasni überfallen. Auch in der Provinz Gasni blieb es laut Angaben von Provinzräten am Dienstag ruhig.

Während des Eid-Festes im Juni hatten erstmals seit 15 Jahren Taliban und die Sicherheitskräfte der Regierung für drei Tage landesweit die Waffen ruhen lassen. Viele Afghanen in den Städten hatten Pläne, im Falle einer neuen Waffenruhe über die Feiertage in ihre Heimatdörfer zu fahren. Da eine offizielle Zustimmung der Taliban zur Waffenruhe jedoch ausstand, blieben viele aus Sicherheitsgründen zuhause.

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